Das deutsche Außenhandelsdefizit bei Lebens- und Genussmitteln hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr unerwartet deutlich erhöht. Wie aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, erlöste die Bundesrepublik im vergangenen Jahr für diese Produktgruppe 69,9 Mrd. € im Ausland, während sich der betreffende Importwert auf 81,2 Mrd. € summierte. Damit erhöhte sich das Außenhandelsdefizit im Vergleich zu 2015 um rund 2,2 Mrd. € auf 11,3 Mrd. €, womit wieder das Niveau des Jahres 2014 erreicht wurde. Im August 2107 waren die Statistiker noch von einer moderaten Steigerung dieser Kenngröße auf nur 9,3 Mrd. € ausgegangen. Wie Destatis am Montag dieser Woche ausführte, belief sich der Anteil der Exporte der Ernährungswirtschaft an den deutschen Gesamtausfuhren auf 5,8 %, während die Importe der Branche 8,5 % der Gesamteinfuhren stellten. Rund 51 % der Lebensmittelexporte waren Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs; Nahrungsmittel tierischen Ursprungs und lebende Tiere machten 32,8 % aus. Die Genussmittel, also Kaffee, Tee oder Getränke, hatten einen Anteil von 16,5 %. Importseitig entfielen 59,9 % auf Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs sowie 26,8 % auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs und lebende Tiere. Für Genussmittel wurde ein Anteil von 13,4 % ermittelt. Laut Destatis war Europa 2016 der wichtigste Markt für Güter der deutschen Ernährungswirtschaft, denn dorthin gingen rund 83 % der Exporte.