Eine Neuausrichtung der Agrarförderung hat die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, angemahnt. „Ein Kernproblem für Deutschland ist die Subventionierung einer Landwirtschaft, die in großen Teilen natur- und klimaschädigend ist“, erklärte Jessel vergangene Woche in Bonn. Aus ihrer Sicht wäre es „am sinnvollsten“, die Direktzahlungen umzuschichten und stattdessen ökologische Leistungen der Landwirte zu honorieren. Mit einem Bruchteil der EU-Direktzahlungen in Höhe von jährlich knapp 40 Mrd. € und etwa 5,7 Mrd. € in Deutschland könnten wichtige Ökosystemleistungen wiederhergestellt werden, so die BfN-Präsidentin. Hierzu zählten sauberes Grundwasser, Bestäubungsleistungen von Insekten sowie vielfältige Erholungslandschaften. Veranlasst zu ihrer Stellungnahme sieht sich Jessel durch die Forderung im Entwurf des Klimaschutzplanes der Bundesregierung nach einem Abbau ökologisch schädlicher Subventionen. Der BfN-Präsidentin zufolge ist ein Viertel aller Subventionen in Deutschland und Europa unmittelbar oder zumindest indirekt naturschädigend. Jessel: „Vor diesem Hintergrund halte ich es für dringend erforderlich, dass ein konkret bezifferter Abbau naturschädlicher Subventionen beschlossen wird.“