42 - Fipronil-Skandal zieht weitere Kreise

Erst jetzt zeichnet sich ab, wie groß das tatsächliche Ausmaß der Verunreinigung von verarbeiteten Eiern mit Rückständen des Insektizids Fipronil gewesen ist. Laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ wird nach Auswertung von mehr als der Hälfte der bundesweit vorgesehenen 797 Analysen klar, dass über 20 % der getesteten Proben auffällig sind. Davon hätten 25 „über dem einschlägigen Rückstandshöchstgehalt“ gelegen. Die Bandbreite der belasteten Lebensmittel habe von getrocknetem Vollei, Likör mit Eierzusatz über Eiersalat bis hin zu feinen Backwaren aus Biskuitmasse gereicht. Der Befund wird der Süddeutschen Zeitung zufolge von Behördenvertretern als „besorgniserregende Trefferquote“ bezeichnet. Darüber hi­naus stehe der Vorwurf im Raum, dass Labore dazu angehalten worden seien, „nicht so genau zu messen“. Außerdem seien nötige öffentliche Rückrufaktionen ausgeblieben. Mit Blick auf die neuen Befunde forderte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, dass auch verarbeitete Produkte mit Ei, in denen Fipronil nachgewiesen worden sei, öffentlich zurückgerufen werden müssten. Die Verbraucher hätten ein Recht auf Transparenz