Der Verfall der landwirtschaftlichen Einkommen bringt immer mehr französische Betriebsleiter in wirtschaftliche und soziale Notlagen. Nach Angaben des Dachverbandes der Agrarsozialkassen (CCMSA) lag im vergangenen Jahr bei 30 % der Landwirte das Jahreseinkommen unter 4 248 € und damit im Bereich, in dem Beitragsminderungen zur Sozialkasse gewährt werden. CCMSA-Präsident Pascal Cormery rechnet aufgrund der Milchkrise und der schlechten Ernteergebnisse in diesem Jahr mit einer weiteren Verschärfung der Situation, und das nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Verarbeitungssektor. Die Sozialkassen hatten für 2016 mit etwa 60 000 Anträgen auf Erwerbsprämien gerechnet, erklärte Cormery. In den ersten neun Monaten sind jedoch bereits 200 000 solcher Anträge eingegangen. Die Einkommenseinbrüche bringen viele französische Landwirte zudem an die Grenze ihrer psychologischen Belastbarkeit. Ein im Jahr 2004 von den Sozialkassen eingerichtetes 24-Stunden-Sorgentelefon zählte im ersten Halbjahr 2016 durchschnittlich 285 Anrufe pro Monat; im Vorjahreszeitraum waren es nur 100 gewesen. Die Selbstmordrate liegt bei Landwirten laut Cormery um 20 % höher als in der außerlandwirtschaftlichen Bevölkerung.