Mit Blick auf die stark zunehmenden Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere hat die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Dr. Kirsten Tackmann, der Bundesregierung erhebliche Defizite beim Herdenschutz vorgeworfen und Konsequenzen angemahnt. Tackmann wies am Donnerstag vergangener Woche darauf hin, dass allein die Zahl der dokumentierten Schafrisse nach Aussage des Bundes zwischen 2002 und 2015 um fast das Zwanzigfache auf fast 600 Vorfälle gestiegen sei. Sie fordert deshalb dringend mehr Unterstützung für die Weidehaltung, die ohnehin schon die „Verliererin der EU-Agrarpolitik“ sei. Als problematisch stuft Tackmann auch den grundsätzlichen Umgang der Bundesregierung mit diesem Thema ein. Dass Fragen zum Herdenschutz im Rahmen einer Kleinen Anfrage vom Bundesumwelt- statt vom Bundeslandwirtschaftsministerium beantwortet würden, zeige, dass der Wolf primär als Artenschutzthema gesehen und der Herdenschutz von der Bundesregierung nicht ernst genommen werde, so die Agrarsprecherin.