45 - Am Markt ausrichten

Das Vereinigte Königreich soll nach dem Austritt aus der EU eine marktorientierte Agrarpolitik betreiben. Das empfiehlt das „Royal Institute of International Affairs“. Laut der Denkfabrik müsse eine neue eigene britische Agrarpolitik in der Lage sein, eine Reihe globaler Herausforderungen zu bewältigen. Dazu zählten etwa der Klima­wandel, ein steigendes Risiko für Tierseuchen sowie eine rückläufige Preisentwicklung. Das Vereinigte Königreich werde bei nahezu jedem potenziellen Brexit-Ergebnis eine neue Agrarpolitik benötigen. Eine Beibehaltung der Bedingungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU empfiehlt die Denkfabrik nicht, da es ihrer Ansicht nach keine wirkliche Aussicht auf eine substanzielle Reform des EU-Agrarmodells im nächsten Jahrzehnt zu geben scheint. Es bestehe besonders die Gefahr eines Rückgangs vom derzeitigen „entkoppelten“ Ansatz hin zu einem absichernden und marktverzerrenden Ansatz. Im Vereinigten Königreich würde nur ein marktorientiertes Modell, das auf ein effektives Engagement für die Umwelt und die Eindämmung des Klimawandels ausgerichtet ist, das Land in die Lage versetzen, vom Freihandel zu profitieren und gleichzeitig das Versprechen der Regierung einzuhalten, den Umweltschutz im Sinne der nächsten Generation zu verbessern. Auch würde dieses die Preise für die Verbraucher senken, die Produktivität der Wirtschaft anheben und das Staatsbudget erheblich entlasten.