46 - Aus der Geflügelbranche

Foto: Annegret Keulen

Geflügelfleischerzeugung leicht rückläufig: Bei den meldepflichtigen Geflügelschlachtbetrieben in Deutschland sind in den ersten drei Quartalen 2017 weniger Tiere als im Vorjahreszeitraum verarbeitet worden. Wie aus vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes ­(Destatis) hervorgeht, belief sich die Geflügelfleischerzeugung von Januar bis September auf 1,12 Mio. t; das waren 13 849 t oder 1,2 % weniger als in den ersten neun Monaten von 2016. Die Zahl des geschlachteten Geflügels ging dabei um 1,6 % auf rund 512 Mio. Stück zurück. Im wichtigsten Bereich der Masthähnchen verzeichneten die Wiesbadener Statistiker gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres einen moderaten Anstieg der Produktion um 0,8 % auf 724 515 t. Bei allen anderen Geflügelarten ging die Erzeugung jedoch zurück. So sank die produzierte Menge an Putenfleisch um 3,9 % auf 341 896 t, bei den Suppenhühnern um 5,2 % auf 30 576 t  und bei Entenfleisch  sogar  um 13,3 % auf 25 496 t.

Eier bleiben knapp und teuer: Am Eiermarkt in Deutschland und in der EU sorgt das knappe ­Angebot für immer weiter steigende Preise. Grund ist der Fipronil-Skandal, in dessen Folge nicht nur mehrere Millionen Eier vernichtet, sondern auch Millionen von Hennen gekeult wurden. Nach Angaben des Zentralverbandes Eier (ZVE) stehen in wichtigen Produzentenländern wie den Niederlanden, Polen, Belgien und Italien noch immer zahlreiche Legehennenställe leer, obwohl die Eier für den zunehmenden Bedarf im Weihnachtsgeschäft dringend gebraucht würden. „Es kommt zu einer dramatischen Verknappung des Angebotes in allen Haltungsformen; die saisonbedingt erhöhte Nachfrage kann schon jetzt nicht mehr gedeckt werden“, berichtete der ZVE. Die Versorgungsengpässe dürften noch bis weit in das nächste Jahr hinein anhalten.

Vogelgrippe: FLI hält Einschleppung für wahrscheinlich: Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stufte inzwischen seine Risikoeinschätzung für Deutschland in ­Sachen Vogelgrippe hoch und hält eine Einschleppung und Verbreitung des Erregers H5N8 durch Wildvögel in hiesige Hausgeflügelbestände für wieder wahrscheinlich. In der letzten Risikobewertung war diese Gefahr noch als gering bis mäßig bewertet worden. Die Virusnachweise in der Schweiz, Bulgarien und Italien wiesen auf ein fortdauerndes Zirkulieren des Virus H5N8 in der Wildvogel­population in Europa hin, erklärte das FLI. Die zunehmend kältere und feuchtere Witterung sowie die Konzentration der Wildvögel durch den Herbstzug, insbesondere von Wasservögeln, begünstige die Entstehung von Infektionsketten. Das FLI forderte die Betriebe auf, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und zu optimieren.