46 - Standort und Witterung werden immer wichtiger

Die Unzufriedenheit mit der Witterung wird leider schon zur Gewohnheit im Kartoffelanbau. Spätfrost flächendeckend Ende April, lange Trockenheit bis Ende Juni und dann der verspätete Niederschlag charakterisieren das Anbaujahr 2017 recht treffend. Dass sich unter solchen Rahmenbedingungen standortspezifische Mängel besonders negativ auswirken, kann man leicht ableiten. So hatten einige der bekannten und vielerorts angebauten Sorten ihre Probleme. Ob hier ein Sortenwechsel Abhilfe schaffen kann, stellt Ihnen Peter Lövenich, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, in der Auswertung der Sortenversuche vor.

2017 war wieder ein schwieriges Jahr für Kartoffelanbauer. Foto: agrar-press

Eigentlich begann das Anbaujahr recht gut, denn wie so oft im Rheinland, konnten die ersten Frühkartoffeln bereits im Februar gepflanzt werden. Bis Mitte März waren die meisten Frühbestände, einschließlich der Freilandware, ohne größere Probleme gepflanzt. Der außergewöhnlich warme März führte zu einem schnellen Auflauf, sodass frühe Anschlussware Ende April auflaufen konnte. Von dem starken Frost um den 20. April blieben die meisten der Anschluss- und Lagersorten verschont. Ab Anfang Mai trocknete der Boden zunehmend aus und eine wirksame Herbizidanwendung wurde immer schwerer. Gleichzeitig wurden viele Betriebe vom schnellen Auflauf überrascht und verpassten so den optimalen Einsatztermin. Das Niederschlagsdefizit vergrößerte sich und auf den leichten Standorten wurden bereits Ende Mai erste Beregnungseinsätze gefahren. Dafür blieb der Krautfäuledruck, von kleinen Befallsnestern und Beregnungsparzellen abgesehen, über lange Zeit gering und kontrollierbar.

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