47 - „Überzogene“ umweltpolitische Forderungen

Scharfe Kritik an den aus seiner Sicht überzogenen umweltpolitischen Forderungen und der Marktmacht des Lebensmittel­einzelhandels (LEH) hat der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Karsten Schmal, geübt. Auf der Verbandsvertreterversammlung am vergangenen Freitag in Friedrichsdorf mit Blick auf den LEH stellte Schmal klar, „wer höhere, produktionskostensteigernde Standards fordert, muss auch für höhere Erzeugerpreise sorgen“; andernfalls leide die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Bauern. Daran könne aber niemand ein Interesse haben, weder die Verarbeitungsunternehmen, noch der Lebensmitteleinzelhandel und schon gar nicht die Verbraucher, erklärte der HBV-Präsident. Es bestehe nämlich die Gefahr, dass die hohen heimischen Tierschutz-, Umwelt- und Verbraucherschutzstandards durch Importe unterlaufen würden. Im Besonderen attackierte Schmal Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, die das Bau- und Umweltrecht weiter verschärfen wolle. „Wer mehr Tierwohl und mehr Tiergesundheit will, muss neue moderne Ställe im Außenbereich fördern, anstatt diese zu verhindern. Sonst kann eine regionale Lebensmittelversorgung nicht funktionieren“, gab Schmal zu bedenken.