47 - Verzicht teuer und unrealistisch

Ein kompletter Verzicht auf gentechnisch verändertes Soja aus Übersee wäre in Deutschland und der Europäischen Union teuer und unrealistisch. Das hat die Geschäftsführerin des Verbandes der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland (OVID), Petra Sprick, am Dienstag vergangener Woche auf der EuroTier in Hannover festgestellt. Zwar wäre eine umfangreichere Bereitstellung von gentechnikfreien Futtermitteln – wie zuletzt vom Lebensmitteleinzelhandel gefordert – auf lange Sicht möglich; dieser könnte aber nur gelingen, wenn genügend Anreize wie die Anerkennung und ein finanzieller Ausgleich des Mehraufwandes in der Lieferkette auf lange Sicht sichergestellt würden. Notwendig wären darüber hi­naus ein stärkerer Anbau von Raps und Sojabohnen in Europa sowie höhere Importe von zertifiziertem, nicht-gentechnisch verändertem Soja. Sprick warnte davor, dass ein vollständiger Verzicht auf Gentechnik im deutschen Tierfutter die Konkurrenz um verfügbare Agrarrohstoffe enorm verschärfen und zu erheblichen Mehrkosten führen würde.