48 - Durchwachsene Erträge bei Silomais

Wie kaum eine andere Kultur hatte der Mais unter den Wetterkapriolen 2016 zu leiden. Von sehr guten Erträgen, vor allem in den östlichen Landesteilen und in den Höhenlagen, bis hin zu Totalausfällen im Nordwesten, war alles zu finden. Vor dem Hintergrund der rasanten Abreife wurde überall mit sehr hohen, vielfach zu hohen Trockenmassegehalten gehäckselt. Dies gilt leider auch für die Landessortenversuche mit Silomais. Norbert Erhardt, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, stellt die Ergebnisse für die Niederungslagen vor.

Die Silomaisernte startete 2016 in NRW außerordentlich früh. Foto: Norbert Erhardt

2016 zeigt deutlich, dass die Basis für hohe Maiserträge vom Auflaufen über die Jugendentwicklung bis hin zur Blüte gesetzt wird. Während die Feldaufgänge nach der kalten Witterungsphase in der letzten Aprilwoche noch überraschend gut ausfielen, litt die Maisvegetation in diesem Jahr maßgeblich unter den Starkniederschlägen im Juni. Wurzelreduktionen in wassergesättigten Böden, Nährstoffverlagerungen bis hin zu mehr oder weniger Totalausfällen, wo der Mais über mehrere Tage im Wasser stand, prägten das Bild. Schäden, die von der Maispflanze auch unter besten Bedingungen für die Kolbenfüllung ab Mitte August nicht mehr kompensiert werden konnten. Vielmehr litten die Bestände, die im Juni mit zu viel Wasser zu kämpfen hatten, bei ausbleibenden Niederschlägen ab Ende August oft zuerst unter Trockenstress, da das Bodenwasser mangels Wurzelwachstum nicht genutzt werden konnte. Bei der Maisabreife trafen dann ab Ende August zwei Besonderheiten zusammen. Zum einen beschleunigte das warme, strahlungsintensive Wetter die Stärkeeinlagerung und damit die Kolben- oder Körnerreife; die ausbleibenden Niederschläge ließen zusätzlich die T-Gehalte in Blättern und Stängeln ungewöhnlich in die Höhe schießen.

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