48 - Freihandel in der Kritik

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Die Verhandlungen der EU-Kommission mit den Mercosur-Staaten haben bei den Erzeugern und Verarbeitern der europäischen Zuckerindustrie einen empfindlichen Nerv getroffen. Mitte November wurden Überlegungen der Brüsseler Behörde öffentlich, dem Mercosur-Block eine Importquote von bis zu 100 000 t Zucker einzuräumen. Seither laufen die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) Sturm gegen eine stärkere Handelsliberalisierung. Die Kommission lasse ein weiteres Mal eine klare Linie beim Zuckerhandel während ihrer Gespräche vermissen, wird kritisiert. Die Rübenanbauer und Zuckerproduzenten seien keinesfalls bereit, für die Interessen anderer Wirtschaftszweige oder des brasilianischen, staatlich gestützten „Zucker-Ethanol-Regimes“ zu zahlen. Laut Internationaler Vereinigung Europäischer Rübenanbauer ­(CIBE) sei es „völlig unakzeptabel“, dass die Kommission von den europäischen Erzeugern und Verarbeitern Opfer für die brasilianischen Interessen verlange. „Auf unserer Seite steigen die Anforderungen immer weiter und die Preise sinken; jetzt sollen noch Importe auf einem niedrigen Produktionsstandard dazukommen – das passt nicht zusammen und macht für die Landwirte keinen Sinn“, moniert CIBE-Präsident Bernhard Conzen.