48 - Pflicht zur Krisenvorsorge

Ungeachtet der sich aktuell abzeichnenden Markterholung hat der Fachausschuss Milch des Deutschen Bauernverbandes (DBV) Politik und Molkereien aufgefordert, den deutschen Milchsektor gegen künftige Marktkrisen zu wappnen.

Karsten SChmal

Wie der Fachausschuss mitte vergangener Woche erstmalig unter Vorsitz von DBV-Vizepräsident Karsten Schmal feststellte, reicht auch das aktuell für das Jahresende prognostizierte durchschnittliche Preisniveau von 31,5 Cent pro Kilogramm Milch nicht annähernd aus, um die Verluste der vergangenen Monate auszugleichen. Zudem resultierten die Gründe für die Markterholung weniger aus Krisenmaßnahmen als vielmehr aus einer anziehenden globalen Nachfrage nach Milchprodukten sowie der Produktionseinschränkung der Milchbauern. Eine Wirkung der EU-Beihilfe auf die Milchproduktion lässt sich nach Auffassung der Ausschussmitglieder aufgrund der großen Mitnahmeeffekte derzeit nicht erkennen. Auch ließen weitere Verzögerungen der nationalen Umsetzung des EU-Hilfspakets die finanzielle Vergütung von Produktionsdisziplin gänzlich zur Farce verkommen. Die Milchpräsidenten der Landesbauernverbände sehen jedoch auch die Molkereien in der Pflicht, mit einer moderneren und marktorientierten Gestaltung der Lieferbeziehungen flexibler auf aktuelle Marktgeschehnisse zu reagieren.