Die Europäische Kommission hat sich für eine Verlängerung der 2012 eingeleiteten Maßnahmen zur Stärkung der Milcherzeuger in der Lieferkette über das Jahr 2020 hinaus ausgesprochen. In ihrem am vergangenen Donnerstag vorgelegten zweiten Bericht über die Umsetzung des sogenannten Milchpakets kommt die Kommission zu dem Ergebnis, dass die europäischen Landwirte die Möglichkeiten der im Milchpaket begründeten Regelungen, wie die gemeinsame Aushandlung von Vertragsbedingungen durch Erzeugerorganisationen und die Abfassung schriftlicher Lieferverträge, zunehmend nutzen. In dem Bericht wird allerdings auch festgestellt, dass die Bildung von Erzeugerorganisationen und gemeinsame Verhandlungen bisher von den Landwirten noch nicht in vollem Maße ausgeschöpft würden. Die EU-Kommission fordert deshalb die Mitgliedstaaten auf, die nötigen Schritte einzuleiten, um die Gründung von Erzeugerorganisationen zu fördern und somit den Erzeugern in der Milchlieferkette mehr Gewicht zu verleihen. Zusätzlich sollte nach Ansicht der Kommission auch in Erwägung gezogen werden, die Rolle der Branchenverbände zu stärken. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass eine Ausdehnung der Anwendung über 2020 hinaus in Betracht gezogen werden sollte, um das volle Potenzial des Milchpakets auszuschöpfen.