Im gesamten Lebensmitteleinzelhandel einschließlich Fachgeschäften in Deutschland werden jährlich rund 500 000 t Lebensmittel als Abfall aussortiert. Das zeigen die Erhebungen von Wissenschaftlern des Thünen-Instituts. Laut den Forschern fielen demnach in Supermärkten, Discountern und Verbrauchermärkten jährlich 290 000 t Abfälle an, bei den anderen Einzelhändlern kamen noch einmal 210 000 t hinzu. Die Umsatzverluste im deutschen Einzelhandel waren 2019 nach den Hochrechnungen der Thünen-Forscher bei Brot- und Backwaren wegen deren hoher Verderblichkeit mit etwa 6 % am höchsten, gefolgt von der Kategorie Obst und Gemüse mit 4,3 %. Bei Tiefkühlkost, Getränken und Trockensortimenten seien die Umsatzverluste mit 0,3 % viel geringer, da diese Produkte in der Regel länger lagerfähig seien. Die Wissenschaftler betonen in ihrer Studie, dass die Zahl von 500 000 t zwar sehr hoch erscheine, insgesamt aber nur rund 4 % des gesamten Aufkommens an Lebensmittelabfällen in Deutschland ausmache. Mit Abstand die größten Abfallmengen entstehen nach Angaben des Forscherteams mit 52 % in den Privathaushalten. Sie schätzen darüber hinaus, dass etwa 30 % der gesamten jährlichen Verluste entweder an soziale Dienste gespendet oder zu Tierfutter verarbeitet werden. Mit den errechneten Werten kommt der deutsche LEH auch im Vergleich zur weltweiten Lebensmittelverschwendung noch gut weg: Laut einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen (UN) sind 2019 mit rund 931 Mio. t insgesamt 17 % aller weltweit verkauften Lebensmittel im Müll gelandet.