Die Bundesregierung setzt weiterhin auf die drei seit längerem diskutierten Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration. Die Durchführung des Eingriffs unter Narkose, die Immunokastration und die Jungebermast seien aus Sicht des Tierschutzes, der Arzneimittelsicherheit und des Verbraucherschutzes geeignet, die Praxis der betäubungslosen Ferkelkastration abzulösen, heißt es in einem Bericht, den das Kabinett Mitte vergangener Woche beschlossen hat. Darin weist die Regierung darauf hin, dass sich die Überlegungen der Branche lange Zeit vor allem auf die Jungebermast fokussiert hätten. Inzwischen zeichne sich aber ab, dass auch die Durchführung der chirurgischen Kastration unter Betäubung sowie die Immunokastration Bedeutung erlangen könnten. Expertenschätzungen gingen davon aus, dass die chirurgische Kastration einen Anteil von 50 % ausmachen könnte, allerdings mit regionalen Unterschieden. Bislang überschätzt worden seien zumindest zum Teil die Kosten. Laut Regierung liegen die Kosten bei der chirurgischen Kastration unter Narkose je Ferkel zwischen 2,20 € und 6 € bei der Inhalationsnarkose und zwischen 1,50 € und 6 € je Tier bei der Injektionsnarkose. Bei der Immunokastration werden die Mehrkosten auf 3,50 € bis 4 € je Ferkel beziffert.