Das niederländische Landwirtschaftsministerium hat ein Hilfspaket von insgesamt 650 Mio. € angekündigt, mit dem coronabedingte Umsatzeinbußen bestimmter Gartenbaubetriebe und von Kartoffelanbauern abgefedert werden sollen. In einem Brief an das niederländische Parlament teilte Ressortchefin Carola Schouten am 15. April mit, dass im Einzelnen für den Zierpflanzenanbau und für bestimmte Teile des Lebensmittelgartenbaus insgesamt 600 Mio. € zur Verfügung stünden; damit sollten 70 % der pandemiebedingten Umsatzeinbußen in diesen Betriebszweigen ausgeglichen werden. Diese ergäben sich aus der Differenz des Umsatzes in der Periode März bis einschließlich Mai 2020 und dem durchschnittlichen Umsatz in diesen Monaten in den Jahren 2017 bis 2019. Außerdem will Schouten die Anbauer von Kartoffeln für die Pommes frites-Industrie mit 50 Mio. € unterstützen. Mit diesem Betrag sollen 40 % der Umsatzeinbußen für Lagerkartoffeln abgefedert werden, die nicht mehr verarbeitet werden können. Berechnungsbasis ist hier der mittlere Marktwert dieser Ware im Zeitraum September 2019 bis Februar 2020. Das Nothilfepaket ergänzt das bisherige Krisenpaket der Haager Regierung für den Agrarsektor. Dazu gehören unter anderem die Erweiterung des Bürgschaftsfonds für die Landwirtschaft und den Gartenbau um Bürgschaften für Überbrückungskredite für pandemiebedingte Liquiditätsengpässe sowie günstigere Konditionen bei der Kreditvergabe. Zudem werden Lohnkostenzuschüsse gewährt. AgE