Die schlechte Internetversorgung in vielen Regionen Deutschlands sorgt unter den Landwirten weiter für Verdruss. Das zeigen nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes (DBV) die aktuellen Ergebnisse seines Konjunkturbarometers, die vorgelegt wurden. Demnach sehen 46 % der im Juni 2021 repräsentativ befragten Landwirte in einer unzureichenden Internetversorgung ein Haupthemmnis bei der weiteren Digitalisierung der Landwirtschaft. Zwei Jahre zuvor hatte dieser Anteil bei 39 % gelegen. Mit Ausnahme von Landwirten in Schleswig-Holstein, dem Bundesland mit der derzeit höchsten Breitbandverfügbarkeit in Deutschland, wird laut DBV die unzureichende Internetversorgung von den Landwirten in allen Bundesländern deutlich häufiger als Hindernisgrund genannt. Offenbar könne der Netzausbau nicht mit den Anforderungen der Landwirte und des ländlichen Raums Schritt halten, kritisierte der Bauernverband. Für die Land- und Forstwirtschaft biete ein hochleistungsfähiges Internet in der Fläche großes Potenzial für eine ressourcen- und klimaschonende Landbewirtschaftung, mehr Biodiversität und weiter verbesserte Bedingungen der Nutztierhaltung. Nach Angaben des DBV sehen rund 70 % der im Juni befragten Landwirte in der Digitalisierung eine Chance für den eigenen Betrieb. Im Juni 2019 hätten 62 % diese Ansicht geteilt. Als wichtigste Hemmnisse der Digitalisierung im Agrarsektor sähen jeweils 53 % der Landwirte neben einer unzureichenden Internetversorgung auch die hohen Investitionskosten, so der DBV.