Durch die warme Witterung ab Anfang Mai hat das Getreide in der Entwicklung wieder aufgeholt. Viele Weizenbestände erreichen um Mitte Mai EC 37, selbst Spätsaaten haben enorm aufgeholt. Frühe Triticalebestände sind in EC 49 oder auch im Ährenschieben. Wann letztendlich die Blüte erreicht wird, wird vornehmlich von der weiteren Witterung bestimmt. Dass und wie man Weizen und Triticale bis Ende der Milchreife vor Krankheiten schützen sollte, erläutert Hermann Hanhart, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.
Bleibt es warm, wie der Wetterbericht nach Pfingsten wieder meldet, wird Triticale um den 25. Mai und Weizen gegen Ende Mai blühen. Sollte sich aber doch in der zweiten Maihälfte eher kühle Witterung einstellen, muss mit verzögerter Blüte bis deutlich in den Juni gerechnet werden. Der Krankheitsverlauf im Weizen ist in diesem Jahr eher moderat, allerdings mit deutlichen Unterschieden in Abhängigkeit von Sorte und Saattermin. Nach der kalten Witterungsphase um Ende April zeigten viele Bestände stark vergilbte Blätter mit Blattnekrosen. Vielfach wurde starker Befall mit Gelbrost und Septoria vermutet. Tatsächlich war das aber nur eine physiologische Reaktion der Pflanzen auf Frost oder sehr kühle, nasse Witterung. Besser mit Nährstoffen, vor allem mit Stickstoff, versorgte Pflanzen reagierten fast nicht.
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