Die von der EU-Kommission geplante Übergewinnsteuer würde zur Stilllegung von Bioenergie-Strom in der Krise führen. Davor hat die Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie (HBB), Sandra Rostek, gewarnt, nachdem EU-Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der EU Mittwoch vergangener Woche vorgeschlagen hatte, dass für die europäischen Stromerzeuger alle Strommarkterlöse von mehr als 180 € je MWh abgeschöpft werden sollen. Laut Rostek sollen gemäß dem Kommissionsplan auch bei der Bioenergie – mit Ausnahme nur von Biomethan – die darüber hinausgehenden Einnahmen als Steuer abgetreten werden. Dem Vorschlag müssen die Energieminister der Mitgliedstaaten allerdings noch zustimmen. Die Leiterin des Hauptstadtbüros betonte, dass es in der aktuellen Situation „das oberste Gebot“ sein müsse, dass in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) betriebene Holzheizkraftwerke und Biogasanlagen jede mögliche Kilowattstunde Strom einspeisten.
Mit dem Vorschlag der EU-Kommission, alle Einnahmen über 18 Cent/kWh abzuschöpfen, sei jedoch das genaue Gegenteil zu befürchten, meint Rostek. Sie erinnerte daran, dass Biomasseanlagen vergleichsweise hohe Betriebskosten aufwiesen. Seit Jahren seien diese da-rüber hinaus mit steigenden technischen Anforderungen und einem entsprechenden Investitionsbedarf sowie allgemein steigenden Preisen konfrontiert. Im Weiteren hätten die Betreiber von Biogasanlagen in die verstärkte Flexibilisierung der Energieproduktion investiert, um zukünftige Energiemärkte bedienen zu können. Deshalb habe bereits vor einigen Jahren die zugrundeliegende Kostenstruktur vieler Anlagen nahe an der von der Kommission vorgeschlagenen Kappungsgrenze gelegen.