Fachtagung beleuchtet Chancen und Hemmnisse sowie neue Erkenntnisse und Praxisansätze bei Wiederansiedlungen von Ackerwildkräutern
Was spricht für, was gegen Einsaaten selten gewordener Pflanzen der Äcker? Was erschwert die Umsetzung von Wiederansiedlungen zur Erhaltung dieser Arten und wo ergeben sich Herausforderungen bei der Zwischenvermehrung von Saatgut? Diese und viele weitere Fragen wurden auf der Tagung „Ackerwildkrautschutz durch Wiederansiedlungen“ am Dienstag vergangener Woche in Bonn diskutiert. Das Interesse an der Tagung im Rahmen des Projekts „Lebensfelder – Praxisstandards zur Wiederansiedlung von Ackerwildkräutern“ war groß. So konnten Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, und Dominik Himmler, Geschäftsführer der Bayerischen KulturLandStiftung, im Gustav-Stresemann-Institut rund 115 Teilnehmende aus verschiedensten Bereichen begrüßen. Dazu zählten Vertreterinnen und Vertreter des Naturschutzes und der Landwirtschaft sowie von Fachbehörden, Forschungseinrichtungen und dem Hochschulsektor aus ganz Deutschland und den Nachbarländern.
Die große Nachfrage zeigt die hohe Aktualität und Relevanz der Fachbeiträge, die von den neun Referierenden aus Sicht der Forschung, der Praxis und der Behörden zum Themenkomplex „Ackerwildkrautschutz durch Wiederansiedlungen“ gehalten wurden. Dies spiegelte sich auch in der regen Diskussion der Vortragsinhalte wider. Moderiert wurde die Tagung von Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und selbst seit vielen Jahren im Ackerwildkrautschutz aktiv.
Mit einem Blick auf die besorgniserregende Gefährdungssituation von konkurrenzschwachen Ackerwildkräutern in Deutschland eröffnete Dr. Stefan Meyer, Georg-August Universität Göttingen, die Reihe der Fachvorträge und stellte dar, dass Wiederansiedlungen eine hohe Bedeutung bei der Erhaltung und Förderung von Ackerwildkräutern zukommen könnten, da die Samenvorräte im Boden bei langjähriger intensiver Bewirtschaftung oftmals erschöpft seien und Verbreitungsmöglichkeiten früherer Zeiten fehlten. Ein Mix aus Maßnahmen sei notwendig, um sowohl das Aussterben von Arten zu verhindern als auch Agrarökosystemfunktionen effektiv zu stützen.
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