Agrar- und Umweltverbände richten Appell an sondierende Parteien

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Es war eine beeindruckende und auch etwas ungewöhnliche Liste an Teilnehmern aus dem Agrar- und Umweltbereich, die bei einer Pressekonferenz am vergangenen Dienstag in Berlin auflief. „Aus einem Ungewöhnlich ein neues Gewöhnlich machen“, das ist laut Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), das Ziel der Zusammenarbeit.

Eine lange Liste

Deutscher Bauernverband (DBV), Bund der Deutschen Landjugend (BDL), Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), DNR, Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Deutscher Tierschutzbund (DTB), Jugend im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUNDjugend), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und World Wide Fund For Nature (WWF) – zehn Agrar- und Umweltverbände richten einen gemeinsamen Appell an die sondierenden Parteien, die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) anzuwenden. Der DBV-Vizepräsident, Werner Schwarz, sieht nur in einer kompletten Umsetzung ebendieser Zukunftsper-spektiven für die Landwirtschaft: „Ohne eine zukunftsfähige Landwirtschaft sind die Herausforderungen nicht zu bewältigen. Dazu braucht es Wertschätzung, Wertschöpfung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und Perspektive für die Landwirtschaft. Deshalb müssen die Empfehlungen der ZKL in Gänze umgesetzt werden“, ist er sich sicher.

Unterstützt wird er dabei auch von Myriam Rapior, Mitglied im Bundesvorstand der BUNDjugend: „Unser Landwirtschafts- und Ernährungssystem muss dringend zukunftsfähig werden, sodass planetare Grenzen gewahrt und Höfe gesichert werden.“ Entsprechende Maßnahmen der Bundesregierung seien längst überfällig. Die Ergebnisse der ZKL sollten in den kommenden Koalitionsverhandlungen einen hohen Stellenwert erhalten. Auch die BDL-Vorsitzende Kathrin Muus sieht die Politik gefordert. „Planungssicherheit ist essenziell für uns junge Landwirte.“ Dringend notwendig seien ein faires Einkommen und eine Linie, die zeigt, wo es hingeht.

Wie geht es weiter?

Es herrscht also große Einigkeit in der Meinung, dass die Ergebnisse der Zukunftskommission Landwirtschaft der Wegweiser für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft sind. Dementsprechend deutlich formulieren die Teilnehmer der Pressekonferenz auch ihre Erwartungen in Richtung Politik.

Die bisherigen Aussagen der sondierenden Parteien sind laut Schwarz nämlich noch nicht ausreichend. Hier müssten Gelegenheiten genutzt werden, um die ZKL-Ergebnisse in die Politik einzubringen. Rapior stellt in diesem Zusammenhang klar, dass sie es als „unmöglich bis frech“ empfinden würde, stellten sich die Parteien gegen die ZKL-Ergebnisse. Doch wie genau sieht das neue Mitei­nan­der von Umwelt und Politik aus? Niebert nennt hierbei zwei Wege. Zum einen finanzielle Anreize zur Motivation und zum anderen kooperative Ansätze, die Lust auf Transformation machen. „Kooperative Ansätze sind wichtig, um die Landwirtschaft mitzunehmen“, stellt er klar. Es sei überraschend und einmalig, dass die Komissionsteilnehmer gemeinsam zum Abschlussbericht stehen. „Auch Umweltverbände haben ein großes Interesse daran, dass die Produktion hier stattfindet“, so Niebert.

Es bleibt abzuwarten, wie offen sich die künftige Regierung für die Kommissionsergebnisse zeigt – in Sachen Gesprächsbasis haben die Teilnehmer der Pressekonferenz mit ihrem vereinten Auftreten vorgelegt.

mk