Auch in der Fragerunde der Agrarjournalisten mit NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser am Donnerstag vergangener Woche in Düsseldorf ging es um die aktuellen Bauerndemos und die verzerrte Wahrnehmung der Landwirte in der Gesellschaft. „Es ist gut, dass die Landwirte auf die Straße gegangen sind. Viele Jahre hat es Landwirtschaft als Thema in der Öffentlichkeit nicht gegeben. Mit den Demos zeigen sich die Landwirte jetzt wieder in der Öffentlichkeit“, stellte die Ministerin im Gespräch mit den Landesgruppen Bonn und Rhein-Weser des Verbandes Deutscher Agrarjournalisten (VDAJ) fest.
Und wie bekommt man die Landwirte wieder von der Straße? Auf Landesebene will die Ministerin mit ihrer Politik für mehr Verlässlichkeit für die Landwirtschaft sorgen (siehe Bericht in der LZ auf
S. 12). Aber die CDU-Politikerin sieht auch noch andere Ansatzpunkte. Ihrer Meinung nach hat die Agrarbranche in den vergangenen Jahren viel zu wenig kommuniziert. „Mit einer CMA wäre das Bauernbashing nicht so weit gekommen“, zeigte sich die Ministerin überzeugt. Mit der CMA und ihren großen Anzeigen in den Zeitungen sei die Landwirtschaft einfach in den Köpfen präsent gewesen. Woche für Woche hätte die CMA für die Produkte der Landwirtschaft geworben. „Ein solches zentrales Marketing gibt es heute nicht mehr“, bedauerte die Ministerin, die anregte, ein solches Marketing wieder zu schaffen. Und Geld dafür sieht sie auch. Derzeit stehe die Liquidation des Absatzfonds kurz vor dem Abschluss und in seinem Topf seien noch 70 Mio. €. Dieses Geld könne man als Grundstock nehmen für die Beauftragung einer Agentur, die wieder mehr Marketing und mehr Pressearbeit für die Landwirtschaft betreiben soll. Allerdings sieht die derzeitige Gesetzeslage etwas anderes vor. Das Restvermögen aus dem Absatzfonds muss eigentlich an die Landwirtschaftliche Rentenbank übertragen werden. Hier gab sich Heinen-Esser aber kämpferisch: „Dann muss der Bundestag das Gesetz eben ändern“, betonte die Ministerin vor den Agrarjournalisten. Jedenfalls will sie sich in ihrer Partei weiterhin für diese Idee stark machen.
Dr. Elisabeth Legge