Ahr-Winzer blicken nach vorne

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Wie schwer wurden die Winzer an der Ahr von der Flutkatastrophe im Juli getroffen? Einen Überblick über die dramatischen Ereignisse speziell für den Weinbau gab Dr. Knut Schubert, Geschäftsführer des Weinbauverbands Ahr, Mitte Oktober bei der Mitgliederversammlung der Landesgruppe Bonn des Verbandes Deutscher Agrarjournalisten und betonte gleich: „Die Winzer blicken nach vorne.“

„Das wichtigste Ziel war eigentlich von Anfang an, die Weinlese im Herbst zustande zu bringen, damit die Betriebe auch wieder Geld verdienen können“, so Schubert. Dass dies gelungen ist, sei ein gewaltiger Kraftakt gewesen, der nur mit viel Hilfe und Zusammenarbeit der Betriebe möglich war.

Wie schlimm die Flutkatastrophe war, zeigt ein Blick auf den Pegel der Ahr, der normalerweise bei 0,60 m liegt. Im Jahr 2016 gab es schon ein Hochwasser, das mit 3,71 m bereits Schäden angerichtet hatte. Die Flut im Juli mit einem Pegelstand von 8 m führte dann zu den verheerenden Schäden und den vielen Todesopfern.

Von den rund 560 ha Rebflächen an der Ahr wurden 40 ha total zerstört und 20 ha überflutet. Die Gebäude etlicher Weingüter sowie der drei Genossenschaften waren erheblich betroffen, nur 5 von 65 Selbstvermarktern waren

ohne Schäden. Dies waren vor allem Betriebe, die nicht zu weit unten im Tal lagen. „Wir schätzen, dass 1,5 Ernten Wein durch die Flut in den Weinkellern verloren gegangen sind, was einem Schaden von fast 50 Mio. € entspricht. In fast jedem Betrieb sind Weinflaschen und Fasswein zerstört worden. Die Schäden an den Weingütern liegen je Betrieb zwischen 250 000 und 5 Mio. €. Damit ergibt sich ein gesamter Schaden für die Weinwirtschaft von 150 bis 200 Mio. €“, fasste Schubert zusammen.

Auch 28 landwirtschaftliche Betriebe entlang der Ahr seien betroffen, zwei bis drei existenziell, so Schubert. Etwa 60 ha Grünland, 48 ha Ackerland und 3,5 ha Sonderkulturen wurden überschwemmt. Das Hauptproblem seien die großen Mengen Schutt, Geröll, Totholz und Unrat, der auf den Flächen liege. „Bei der Frage, wer das alles wegräumt, kommt inzwischen auch die Forderung des NABU auf, dass die Geröllmassen bleiben müssen, da sie von der Natur geschaffene Landschaft seien“, berichtete Schubert.

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