Aktives Landleben – Junges Ehrenamt im Rheinland

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Conny Grates aus Erkelenz ist Logopädin und bewirtschaftet zusammen mit ihrem Mann einen Ackerbaubetrieb sowie Lohnunternehmen. Nebenbei halten sie 15 Hochlandrinder und einige Hühner im Hühnermobil. Das Ehepaar hat drei kleine Kinder. In ihrer Freizeit engagiert sich die 35-Jährige seit zwei Jahren als Vorsitzende der Rheinischen LandFrauen im Ortsverband Erkelenz-Keyenberg.

Klischee 1: Ich habe bei den Alten eh nichts zu melden.

Wir verjüngen den Verband gerade. Im vergangenen Jahr haben wir sechs junge neue Frauen dazugewonnen. Einmal abgesehen davon: Ich war selbst bis vor drei Jahren kein Mitglied, weil ich dachte, die LandFrauen seien ein verstaubter Verband für Ältere. Das hat die damalige Vorsitzende geändert und meine Schwägerin als zweite Vorsitzende und mich an Bord geholt. Wir dachten, die Älteren nehmen den neuen jungen Vorstand gar nicht an. Aber das Gegenteil ist der Fall: Es stehen alle hinter uns und sind froh, dass wir es weitermachen. Bei uns mischen sich Jung und Alt gut.

Klischee 2: Ich habe keine Zeit für so was.

Ich nehme mir die Zeit dafür, weil ich es wichtig finde. Zu den zwei kreisweiten Ortsvorständetagungen pro Jahr kommen weitere Termine auf Ortsebene: Hier veranstalten wir eine Jahreshauptversammlung für die rund 60 Mitglieder. Darüber hi­naus bieten wir unseren Mitgliedern vier Veranstaltungen im Jahr an. Im vergangenen Jahr haben wir zwei Betriebe besichtigt: den Milchviehbetrieb von Familie Silvia Gormanns aus Venrath (Vorstandsmitglied) und unseren landwirtschaftlichen Betrieb mit Lohnunternehmen und Hühnermobil, mit anschließendem Grillen. Wir waren kegeln und auf dem Weihnachtsmarkt. Zudem haben wir beim kreisweiten Staudentausch mitgemacht, der bei unserem Vorstandsmitglied Gerti Wirtz stattgefunden hat. Darüber hi­naus haben wir uns an der Bienenkampagne der LandFrauen beteiligt und in Keyenberg Tütchen mit Bienenweidesaatgut an Kindergärten und Schulen verteilt. Die Veranstaltungen wechseln immer sowohl von der Aktivität her als auch von der Tageszeit: von Tagesausflügen über Nachmittags- hin zu Abendveranstaltungen. So ist für jeden etwas dabei. Demnächst gibt es einen karibischen Abend mit Kochen und Cocktails.

Klischee 3: Das bringt nichts. Da wird doch nur geredet.

Unsere Mitglieder kommen alle aus Erkelenz-Keyenberg, leben aber nicht alle auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Mein Ziel ist es, das Image der Landwirtschaft direkt vor Ort zu verbessern und zu zeigen, dass Landwirtsfamilien modern sind. Nicht ohne Grund besuchen wir Betriebe bei unseren Veranstaltungen. Darüber hi­naus sind die Veranstaltungen wichtig für einen lebendigen Ort – hier ist was los. Wir sorgen dafür, dass das Landleben attraktiv ist. Wir bekommen auch viel positive Rückmeldung dafür.

Klischee 4: Ich kann Betrieb, Familie und Ehrenamt nicht unter einen Hut bringen.

Fast alle Frauen im Vorstandsteam haben kleine Kinder. Daher treffen wir uns bei den Planungsmeetings immer abends, wenn die Kinder im Bett sind. Es lässt sich gut verbinden. Meine Schwiegereltern können zum Glück auf die Kinder aufpassen, wenn ich für die LandFrauen unterwegs bin. ah