Geflügelfutter: Insekten und Mikroalgen können Soja im Geflügelfutter ersetzen, ohne dass es zu einer Verschlechterung der Fleischqualität kommt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die Wissenschaftler der Universität Göttingen jetzt vorgelegt haben. Wie die Hochschule berichtet, wurden im Rahmen der Untersuchung Hähnchen mit Soja, Mikroalgen oder Insekten als Hauptproteinquelle im Futter gemästet und hinsichtlich ihrer Fleischqualität untersucht. Besonderes Augenmerk sei auf die Wachstumsleistung, die Fleischbeschaffenheit unter industriellen Verpackungsbedingungen und die sensorischen Eigenschaften gelegt worden. Laut der Universität hat die Analyse gezeigt, dass sowohl Mehl aus Larven der Schwarzen Soldatenfliege als auch die Mikroalge Spirulina ohne große Qualitätseinbußen in Geflügelfuttermitteln einsetzbar sind. Hähnchen, die mit dem Larvenmehl gefüttert würden, produzierten Fleisch, das dem aktuellen Status quo entspreche. Werde Spirulina verwendet, würden sowohl die Fleischfarbe als auch der Geschmack intensiver.
Fleischersatz: Unter den Fleischersatzprodukten haben diejenigen auf pflanzlicher Basis die beste Umweltbilanz. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die das Umweltbundesamt (UBA) nun vorgelegt hat. Wie die Behörde berichtet, entstehen bei der Verwendung von pflanzlichen Rohstoffen wie Soja, Weizen oder Erbsen im Vergleich zu Rindfleisch zum Teil weniger als ein Zehntel der Treib-hausgase; hinzu komme ein vielfach geringerer Wasser- und Flächenverbrauch. Laut UBA schneiden pflanzliche Fleischersatzprodukte im Vergleich zum konventionell erzeugten Fleisch am besten ab, weil Pflanzen wie Weizen und Soja auf direktem Weg der menschlichen Ernährung dienen können. Würden die Pflanzen erst als Tierfutter genutzt, würden deutlich mehr pflanzliche Kalorien, Ackerfläche, Wasser und Energie benötigt, bis die Kalorien beim Menschen ankämen. Die Ökobilanz von Fleischersatz auf Insektenbasis ist dem Bundesamt zufolge gegenüber pflanzlichen Produkten schlechter, aber im Vergleich zu Rind, Schwein und Huhn positiver, da Insekten Futtermittel effizienter verwerten könnten. Nach Angaben des UBA beläuft sich der Treibhausgasausstoß für die Produktion von 1 kg Fleischersatz auf Insektenbasis auf 3 kg; auf Sojabasis werden 2,8 kg ausgestoßen. Beim Schweinefleisch sind es der Studie zufolge 4,1 kg, beim Geflügel 4,3 kg und bei Rindfleisch sogar 30,5 kg. Der Marktanteil von Fleischersatzprodukten am weltweiten Fleischmarkt lag 2017 laut UBA bei geschätzten 0,5 % bis 0,6 %; in Deutschland liege der Anteil bei etwa 6 %.