Um die Artenvielfalt großflächig zu fördern, sollten sowohl im Ökolandbau als auch in der konventionellen Landwirtschaft kleinräumige und vielfältige Anbauflächen mit natürlichen Lebensräumen kombiniert werden. Dafür plädiert eine Gruppe von Wissenschaftlern um Prof. Teja Tscharnkte von der Universität Göttingen. „Landschaften mit Anbauvielfalt, kleinen Feldern und zumindest einem Fünftel naturnaher Lebensräume können sehr viel stärker die Biodiversität fördern als die reine Öko-Zertifizierung“, erklärte der Agrarökologe. Landschaften mit kleinen Feldern und langen Rändern wiesen eine deutlich höhere Artenzahl auf als solche mit großen Feldern und könnten zudem sowohl im Ökolandbau wie auch in der konventionellen Landwirtschaft realisiert werden. Laut Tscharntke kann ein Feld von 1 ha sechs Mal so viele Pflanzen- und Insektenarten beheimaten wie eines von 6 ha Größe. Abwechslung beim Anbau könne zudem die Artenzahl verdoppeln und die biologische Schädlingskontrolle wie auch die Bestäubungsleistung stark erhöhen.
Die Forscher weisen darauf hin, dass sich die Zertifizierung der ökologischen Produktion weitgehend auf das Verbot synthetischer Agrochemikalien beschränke. Dies führe zwar zu begrenzten Vorteilen für die Biodiversität, bringe aber auch hohe Ertragsverluste mit sich. Mit dem größeren Flächenbedarf schwindet nach Tscharntkes Angaben aber der Vorteil für die Artenvielfalt.