Antibiotika

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wie setzt man Antibiotika auf dem Acker ein? Die Grünen in Mecklenburg-Vorpommern haben jedenfalls auf ihrer Facebookseite behauptet, dass Bauern das machen. Unglaublich! Die Kritik aus dem Berufsstand ließ nicht lange auf sich warten und die Landwirte, die in den sozialen Netzwerken aktiv sind, wehrten sich erfolgreich, sodass die Grünen sich anschließend sogar entschuldigten (siehe S. 14)!

„Ich würde meine Stimme niemals einer Partei geben, die Pflanzenschutzmittel mit Antibiotika verwechselt“, schrieb eine Teilnehmerin. Die Landwirte wiesen in hunderten Kommentaren darauf hin, dass in 99,88 % keine Antibiotikarückstände in Lebensmitteln zu finden seien. Abgesehen davon sei der Einsatz von Antibiotika deutlich zurückgegangen. Die Ursache für multiresistente Keime liege zu 82 % im Humanbereich. Und jährlich gelangten laut BUND rund 8 000 t Umwelt wirksame Medikamente in die Natur – aus dem Humanbereich.

„Antibiotika auf dem Teller“, das möchte niemand – auch Landwirte nicht. Diffamierungen auf Facebook mit Falschbehauptungen will ebenfalls keiner – auch Bauern nicht! Gerade bei den immer weiter sinkenden Preisen in dieser aktuellen Krise, die sich immer weiter zuspitzt, schlagen solche Attacken aus der Politik zusätzlich aufs Gemüt. Sowohl die Politik als auch die Gesellschaft müssen sich fragen, ob sie Landwirtschaft in Deutschland in Zukunft noch bewahren wollen. Wenn es so weitergeht, dürfen wir uns nicht beschweren, wenn Lebensmittel aus Ländern kommen, deren Gesetze und Vorgaben wir nicht beeinflussen können, meint

Ihr LZ-Redaktion

Andrea Bahrenberg