Die Verhandlungen zwischen Kommission, Rat und Europaparlament zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind vorerst gescheitert. Teilnehmerkreisen zufolge hat die portugiesische Agrarratspräsidentin Maria do Ceu Antunes am Freitag der Vorwoche gegenüber den Vertretern des Parlaments und der Kommission erklärt, dass die EU-Landwirtschaftsminister ihr kein weiteres Mandat zu geben bereit seien. Die Portugiesin will trotzdem versuchen, bis Ende Juni, dem Ende ihrer EU-Ratspräsidentschaft, eine Einigung zu erzielen. Im Anschluss an den Super-Trilog betonte Antunes, dass zwar die wichtigsten Punkte abgeräumt worden seien (siehe „GAP: Wo es hakt“), sich ihr Optimismus trotzdem erst einmal in Grenzen halte. Sollte bis Juni keine Einigung erreicht werden, müsse die slowenische Ratspräsidentschaft weiter nach Lösungen suchen. Brüsseler Beobachter halten es allerdings für wenig wahrscheinlich, dass die slowenische Ratspräsidentschaft Erfolg haben wird. Die portugiesische Agrarministerin machte in der jüngsten Trilog-Sitzung ihrem Unmut Luft; sie warf sowohl der Kommission als auch den Vertretern des Parlaments vor, nicht ausreichend für Zugeständnisse bereit gewesen zu sein und nicht hinreichend für ein Ergebnis gearbeitet zu haben.
Dagegen verwehrte sich Kommissions-Vize Frans Timmermans. Kritik hatte sich bereits am Mittwochabend EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski beim Treffen der Landwirtschaftsminister anhören müssen. Sowohl Spaniens Agrarminister Luis Planas als auch die deutsche Ressortchefin Julia Klöckner mahnten, dass sich die Kommission nicht auf eine Seite schlagen dürfe, sondern als Makler zwischen Parlament und Rat auftreten müsse.