Nachdem ich die letzte Kolumne mit einigen offenen Fragen beendet habe, möchte ich die heutige dazu nutzen, Ihnen meinen Lösungsweg aufzuzeigen. Bewusst betitele ich ihn als LösungsWEG, denn direkte Antworten auf solch wegweisende Fragen lassen sich nicht auf die Schnelle und „mal eben“ finden. Sie brauchen Zeit, Ruhe und mitunter auch Input von außen. Das können Geschwister, Freunde, aber auch ganz neutrale Dritte sein, wie es bei mir der Fall ist. Denn seit zwei Jahren habe ich eine Expertin an meiner Seite, die meine Coachin und Sparringspartnerin ist und mich dabei unterstützt, Ordnung in meine Gedanken- und Gefühlswelt zu bringen. Meist hilft es einfach zu berichten, was mich umtreibt, woraufhin sie mir gezielt Fragen stellt. Diese Fragen führen dann dazu, dass ich die Dinge aus einer anderen Perspektive sehe und ich damit „weiterarbeiten“ kann. Mir ist bewusst, dass diese Art der Zusammenarbeit nicht für alle Leserinnen und Leser etwas ist und auf einige von Ihnen vielleicht auch erst mal befremdlich wirkt. Schließlich schweigt man in der grünen Branche gerne über solche Themen. Aber wie zuletzt immer wieder angedeutet, möchte ich Bewusstsein dafür schaffen, das Zusammenspiel von (Hof-)Leben und Arbeiten hinterfragen zu dürfen. Meine Eltern haben dies schließlich vor über 20 Jahren auch schon dahingehend getan, dass sie sich bewusst für den Sonntagsruhetag außerhalb der Spargelsaison entschieden haben. Hier war ihnen damals die gemeinsame Zeit mit meiner Schwester und mir und ist ihnen heute die Zeit zu zweit wichtiger. Und das nicht, weil sie das Geld nicht schätzen, sondern vielmehr, weil sie wissen, dass die Kraft, die sie aus diesen freien Sonntagen ziehen, wiederum ein Mehrwert für unsere Gäste und Kunden ist. Heute würde man das „Work-Life-Balance“ nennen. Sie sehen, dass es wie immer im Leben keinen Königinnenweg gibt. Und keinen, der allgemeingültig ist. Aus meiner Erfahrung sind aber zwei Dinge immanent wichtig: 1. Dass man Menschen um sich hat, die ehrlich zu einem sind und manches Mal auch die Hand reichen, damit wir über den wohlbekannten Oxer kommen. 2. Dass auch unangenehme Dinge verbalisiert werden, dass Reibung einkalkuliert wird. Wachstum schmerzt manchmal, aber ohne das entwickeln wir uns nicht weiter. Daher habe ich/haben wir die finalen Antworten auf die offenen Fragen aus der letzten Kolumne (noch) nicht gefunden. Wir sind aber dabei, in den einzelnen Bereichen die jeweiligen Möglichkeiten abzustecken, abzuwägen und daraus Entscheidungen abzuleiten. Denn es ist und bleibt eben einfach ein überaus spannender und mitunter auch emotionaler LösungsWEG. Ihre Christina Ingenrieth