ASP: Spur führt nach Süditalien

Foto: imago/Marius Schwarz

Gorißen legt Monitoring auf

 

Bei dem Mitte Juni entdeckten Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Nordrhein-Westfalen führt die Spur nach Italien. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) stammen die nächstverwandten ASP-Viren des NRW-Falls aus Süditalien. Ein internationaler Abgleich mit veröffentlichten Genomdaten zeige eine hohe Übereinstimmung mit Viren aus der Region Kalabrien. Diese italienischen Varianten wiesen besondere Veränderungen auf, die auch bei der neuen Variante aus NRW gefunden worden seien und die sie deutlich von anderen bisher bekannten ASP-Viren abgrenzten.

 

Das FLI wies darauf hin, dass sich die ASP-Virusvariante aus NRW signifikant von den bisher bekannten Fällen in Deutschland unterscheidet. Das hätten virologische Untersuchungen an Blut- und Gewebeproben von betroffenen Wildschweinen ergeben. Der direkte Vergleich mit zuvor in Deutschland sequenzierten ASP-Viren zeige, dass es signifikante Unterschiede sowohl zu den westdeutschen Fällen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg als auch zu den Varianten aus den östlichen Bundesländern Sachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gebe.

 

Unterdessen hat NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen nach dem Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei fünf Wildschweinen im Kreis Olpe ein landesweites ASP-Monitoring bei erlegten und tot aufgefundenen Wildschweinen aufgelegt, das sich an die Jagdausübungsberechtigten richtet. „Die nordrhein-westfälische Jägerschaft leistet wichtige Präventionsarbeit gegen die ASP bei der Bejagung von Wildschweinen. Jetzt ermöglichen wir, dass mit Unterstützung der Jägerschaft alle erlegten oder auch tot aufgefundenen Wildschweine landesweit schnell auf ASP untersucht werden können“, teilte Gorißen mit.

 

Die Ressortchefin rief alle Jäger auf, bei erlegten Wildschweinen eine Blutprobe zu entnehmen beziehungsweise bei tot aufgefundenen Wildschweinen eine Tupferprobe. Das dazu notwendige Material soll über alle nordrhein-westfälischen Kreise und kreisfreien Städte zur Verfügung gestellt werden, und die Proben sollen den Kreisen und kreisfreien Städte zugeleitet werden. Das Land übernimmt laut Gorißen die Kosten für die Untersuchungen.

 

In NRW gibt es inzwischen weitere ASP-Verdachtsfälle. Drei verendete Wildschweine wurden am Sonntag in der infizierten Zone gefunden. Die Ergebnisse der Untersuchungen, ob es sich auch hierbei um an ASP erkrankte Tiere handelt, standen am Dienstag zu Redaktionsschluss der LZ Rheinland noch nicht fest. AgE/el

 

Weitere wichtige Informationen rund um das Thema ASP finden Sie in der LZ 26 unter der Rubrik Hof & Feld auf S. 37.