Nach Nordrhein-Westfalen hat nun auch Niedersachsen seinen Freiheitsstatus für die Blauzungenkrankheit (BT) verloren, nachdem das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) den amtlichen Verdacht auf eine Infektion mit dem Blauzungenvirus des Serotyps 3 bei einem Schaf im Landkreis Ammerland bestätigte. Bereits am Montag vergangener Woche war eine Untersuchung der Proben des Tieres aus der betroffenen Hobbyhaltung mit rund 30 Schafen durch das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) positiv ausgefallen.
Wie das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Donnerstag vergangener Woche mitteilte, ist das Schaf inzwischen gestorben. Die übrigen Tiere hätten keine Symptome gezeigt. Der Betrieb sei bereits zum Wochenbeginn auf der Grundlage des EU-Tiergesundheitsrechts gesperrt worden. Demnach dürften zunächst keine Tiere aus dem Bestand in andere Haltungen transportiert werden.
In Niedersachsen ist inzwischen in zwei weiteren Landkreisen BTV-3 bestätigt worden. Im nördlichen Emsland stellten Veterinäre die Krankheit bei einem Rind fest, in der Grafschaft Bentheim ist eine Schafhaltung betroffen. Im Emsland handelt es sich bei dem betroffenen Betrieb um eine Mutterkuhhaltung mit 15 Kühen. Das erkrankte Tier zeigte laut Landkreis typische klinische Symptome wie hohes Fieber und ein entzündetes Maul.
Für den BT-Freiheitsstatus muss mindestens eine von insgesamt zwei Vo-raussetzungen erfüllt sein: Entweder müssen BT-empfängliche Tiere geimpft werden. Ein zugelassener Impfstoff gegen das aktuell nachgewiesene BT-Virus vom Serotyp 3 ist aber zurzeit nicht verfügbar. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, dass die Seuche in Niedersachsen über einen Zeitraum von zwei Jahren nicht nachgewiesen wird.