Beim Insektensterben ist auch die Verstädterung einer der Haupttreiber. Diese Schlussfolgerung haben Forscher des bayerischen LandKlif-Netzwerks aus aktuellen Forschungsergebnissen gezogen, für deren Generierung sie im Jahr 2019 an insgesamt 170 Orten im Freistaat Insekten gesammelt haben. Wie die Universität Würzburg als Netzwerkkoordinator am Mittwoch vergangener Woche weiter mitteilte, hatten die Temperatur am Standort sowie die durchschnittliche Jahrestemperatur ausschließlich positive Auswirkungen auf die Biomasse und die Vielfalt der Insektenpopulationen. Die Form der Landnutzung habe sich dagegen unterschiedlich auf die Biomasse und Diversität ausgewirkt. In landwirtschaftlich geprägten Gebieten sei eine Verringerung der Biodiversität aufgefallen. Die Vielfalt an Insektenarten sei durchschnittlich um 29 % geringer gewesen als in naturnahen Lebensräumen, berichteten die Forscher und rieten zu einem weiteren Ausbau der bestehenden Agrarumweltprogramme zur Förderung der Biodiversität. Was die Biomasse an Insekten betreffe, habe es die größten Unterschiede hingegen zwischen urbanen und naturnahen Arealen gegeben. So sei die Biomasse an Insekten in den Städten durchschnittlich um 42 % kleiner gewesen als in naturnahen Gegenden. Dem sei mit mehr Grünflächen in urbanen Lebensräumen zu begegnen, erklärten die Forscher. Außerdem sei das Projektergebnis als ein „wichtiges Warnsignal“ an die Forschung zu werten. Man dürfe beim Insektenmonitoring aus einem Rückgang der Biomasse nicht darauf schließen, dass dies auch eine Abnahme der Artenvielfalt bedeute und umgekehrt. Die Ergebnisse der Studie sind im „Journal Nature Communications“ veröffentlicht worden.