LKV NRW plant Zusammenschluss mit LKV Rheinland-Pfalz/Saar
Überraschte Gesichter gab es am Dienstag vergangener Woche bei der Vertreterversammlung des LKV NRW in Haus Düsse. Auf der Tagesordnung stand unter Punkt 7 eher allgemein formuliert „Zukunftsperspektiven für den LKV“. Präsentiert wurde hierunter allerdings ein weitgehend fertiges Verschmelzungskonzept des LKV NRW mit dem LKV Rheinland-Pfalz-Saar (LKV RPS). Ein Konzept, das die beiden Vorstände der Kontrollverbände gemeinsam erarbeitet haben. LKV-Vorsitzender Eckhard Budde stellte das Konzept vor und machte zu Beginn deutlich: „Wir haben alles bewusst auf kleiner Flamme gekocht, damit Dinge nicht im Vorfeld schon kaputtgeredet werden.“ Dabei befinden sich die Vorstände der beiden Verbände bereits seit geraumer Zeit in einem intensiven Austausch. Am 16. November 2023 habe, wie Budde erläuterte, ein erstes gemeinsames Treffen der Vorstände zu einer möglichen Zusammenarbeit stattgefunden. Zudem sei der LKV NRW als Dienstleister im Bereich der Finanzbuchhaltung für den LKV RPS tätig und der LKV RPS arbeite seit Jahresbeginn mit dem Rohmilchgüteprogramm aus NRW. „Beide Vorstände sehen die Notwendigkeit einer Veränderung der Verbände. Hauptgrund hierfür ist der Strukturwandel“, sagte Budde.
Reaktion auf Strukturwandel
So hätten beide Verbände mit deutlichen Rückgängen der Mitgliederzahlen zu kämpfen und einem weiteren Rückgang der Anzahl geprüfter Kühe. Budde nannte hierzu konkrete Zahlen: Bis 2035 erwartet der LKV NRW einen Rückgang bei den unter Milchleistung stehenden Kühen auf 253 000 Tiere und der LKV RPS auf 71 000 Tiere. Bei den Mitgliederzahlen geht der LKV NRW bis 2035 von einem Rückgang auf rund 1 700 Betriebe und der LKV RPS auf 500 Betriebe aus. Weitere Gründe für eine Verschmelzung seien die steigenden Personalkosten in den beiden Verbänden und die Rückgänge bei den Fördermitteln. Ausdrücklich wies Budde darauf hin, dass beide Verbände derzeit wirtschaftlich „gesund“ seien und positive Abschlüsse erzielt hätten. Der Entwurf für den Verschmelzungsvertrag liegt bereits vor.
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