Auf Studienfahrt nach Polen

Foto: Frank Bielefeld

Auf nach Polen hieß es kürzlich für Schülerinnen und Schüler der Fachschule für Agrarwirtschaft in Kleve. Eine neuntägige Studienfahrt stand für sie an. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen LS, HLS und einige Schüler der Klasse HLSÖ absolvierten unter Leitung von Dr. Johannes Schmithausen ein vielfältiges Programm, das sowohl landwirtschaftliche und fachliche wie auch kulturell und historisch interessante Ziele beinhaltet hat. So erkundete die Reisegruppe zunächst Stettin und Danzig, erwanderte die Wanderdünen bei Leba und besichtigte die Marienburg in Malbork. Außerdem besuchte die Gruppe den für die Region typischen Milchviehbetrieb Jurkowice. Der Betrieb ist deshalb typisch, weil er vor 30 Jahren als kleiner Betrieb gestartet ist und dann rasch und stark wachsen konnte. Aktuell behindert die Gesetzeslage in Polen ein weiteres Wachstum.

Ähnliches konnte der Ackerbauer Jens Möller in Jasna berichten. Der gebürtige Däne hat nach der Wende einen Staatsbetrieb in Jasna gepachtet und bewirtschaftet heute 1 500 ha. Einen kleinen Milchviehbestand hat er ursprünglich nur behalten, um Arbeitsplätze in der dünn besiedelten Region im Nordosten von Polen zu erhalten. Heute hat auch er wie viele Landwirte bei uns das Problem, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Reichlich Lärm von Militärflugzeugen am Himmel hat die Reisegruppe daran erinnert, dass die Grenzen zu Russland und Weißrussland nicht sehr weit entfernt sind.

Tief im Osten Europas in Masuren nahe der Stadt Kętrzyn/Rastenburg nahmen die Fachschülerinnen und Fachschüler an einer historischen Führung teil in den Überresten der Wolfsschanze, des ehemaligen Feldhauptquartiers Hitlers. Nach dem harten historischen Stoff gab es für die Pferdeinteressierten in der Reisegruppe eine Führung im Gestüt Ferenstein in Gałkowo. Ein schöner ungeplanter Nebeneffekt bei diesem Programmpunkt war, dass genau an diesem Tag dort ein Springturnier stattfand.

Am Ende der Reise stand noch ein kurzer Aufenthalt in Berlin an und es gab die Gelegenheit, Bundestag, Brandenburger Tor und einige andere Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Etwas erschöpft und mit vielen neuen Eindrücken versehen lobten fast alle Mitreisenden die gelungene und vielfältige Mischung des Reiseprogramms.

Frank Bielefeld