Ein Jahr nach dem ersten ASP-Fund in NRW zeigte ein RLV-Seminar, worauf sich Schweinehalter in betroffenen Gebieten einstellen müssen.
Rund ein Jahr nach dem ersten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest beim Wildschwein in Nordrhein-Westfalen gibt es mittlerweile über 770 Nachweise der Seuche in den betroffenen Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und Hochsauerlandkreis. Was es bedeutet, wenn der eigene Betrieb von jetzt auf gleich in der Sperrzone liegt, berichtete Schweinehalter Martin Wiese-Wagner am Mittwoch vergangener Woche bei einem Online-Seminar des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV). Getreu dem Titel „Wie kann aus der Sperrzone vermarktet werden?“ erklärte Dr. Sandra Löbert vom Tiergesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer NRW, was es in diesem Fall zu beachten gibt.
Zunächst informierte allerdings Dr. Jürgen Harlizius als Leiter der Stabsstelle ASP des NRW-Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz über den aktuellen Stand der ASP-Bekämpfung. „Wir haben vorgesorgt“, sagte er mit Blick auf die Wildtierseuchen-Vorsorge-Gesellschaft (WSVG), die als Dreh- und Angelpunkt der Bekämpfung dauerhaft im Einsatz ist. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 460 km Zaun um die Sperrzonen gezogen, um die Ausbreitung der Seuche zu verhindern, und täglich kommen 2 bis 3 km Zaun dazu. In dem Gebiet sind weiterhin Kadaver-Suchhunde-Teams im Einsatz, „die eine gute Arbeit in schwierigem Gelände machen“, berichtete Dr. Harlizius. Hunde und Menschen würden dabei getrackt, sodass abgesuchte Gebiete auch verlässlich frei von Kadavern seien.
ASP kommt auf leisen Sohlen
„Der Zenit ist noch nicht überschritten. Das können wir erst dann sagen, wenn wir keine ASP-positiven Kadaver mehr finden und das ist derzeit noch nicht der Fall“, ordnete er ein. Deshalb müsse der Eintrag in Schweinebestände unbedingt verhindert werden und dafür sei die Biosicherheit entscheidend. Um die Beobachtung der Tierhalter zu schärfen, ergänzte er: „Die ASP kommt auf leisen Sohlen. Es erkranken nur einzelne Tiere, aber für diese ist die ASP tödlich. Untersuchen Sie deshalb bitte die ersten gefallenen Tiere, damit wir einen Eintrag in einen Hausschweinebestand möglichst schnell erkennen“, appellierte Dr. Jürgen Harlizius.
kj
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