Seinen Gesellenbrief als Landwirt hat Felix Thelen aus Würselen-Broichweiden gerade in der Tasche. Auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Ackerbau und Kartoffeln groß geworden, war für ihn früh klar, dass er einmal Landwirt werden und den Betrieb übernehmen würde. „Ich bin damit aufgewachsen und habe mich auch für die Maschinen frühzeitig interessiert. Auch in meiner Ausbildung waren die Kartoffeln für mich das Beste. Hier liegen meine Interessen und ich wollte dazulernen, wie es andere machen. Diese Erwartungen wurden voll erfüllt, da ich gute Ausbildungsbetriebe hatte.“ Sein zweites und drittes Lehrjahr verbrachte er auf Betrieben mit Ackerbau, deren Schwerpunkte bei der Kartoffel liegen.
Im ersten Ausbildungsjahr war der heute 19-Jährige auf einem Milchviehbetrieb, ein Gebiet, wo er sich gar nicht auskannte, was für die Abschlussprüfung aber unbedingt dazugehört. Damals dachte er sich, es sei gut, das zuerst zu machen, um in der Berufsschule zu wissen, wovon gesprochen wird. Jetzt für die Abschlussprüfung hätte er sich gewünscht, seine praktischen Erfahrungen in der Tierhaltung wären nicht so lange her gewesen. Doch er fuhr auf eigene Faust umliegende Tierhaltungsbetriebe ab und frischte sein Wissen in der Praxis für die Prüfung auf. Sein Engagement wurde mit einer gut bestandenen Abschlussprüfung belohnt.
„In der Berufsschule hatten wir eine super Klassengemeinschaft“, freut sich Thelen. Vom coronabedingten Online-Unterricht war er nicht so begeistert: „Das ist nicht so, wie in der Schule den Stoff direkt vermittelt zu bekommen. Außerdem haben wir Klassenkameraden uns kaum noch gesehen, hatten nur per Handy Kontakt.“ Sehr zufrieden ist er deshalb mit der Unterstützung, die er von Zuhause und von seinem Ausbildungsbetrieb beim Lernen erfahren hat.
Sein Gesellenjahr verbringt Felix Thelen jetzt auf dem elterlichen Betrieb. Danach möchte er sich an der Fachschule in Köln-Auweiler zwei Jahre auf den „Staatlich geprüften Agrarbetriebswirt“ vorbereiten. „Ich möchte mich noch höher qualifizieren und auch noch mehr lernen, mit Zahlen umzugehen und unsere Produkte zu vermarkten. Außerdem möchte ich anschließend mit dem damit erlangten Fachabitur in Soest meinen Bachelor absolvieren.“
Nun arbeitet er aber erst mal im elterlichen Betrieb mit. Zwar sei er auch in seiner Ausbildung jeden Morgen gerne aufgestanden, aber „für sich selbst“ zu arbeiten, das sei doch noch mal motivierender. Felix Thelen freut sich darauf, eines Tages den Betrieb zu übernehmen. Um seine Existenz zu sichern, hat er auch schon Ideen, wie das landwirtschaftliche Unternehmen weiterentwickelt werden könnte. „Vielleicht können wir uns vergrößern und breiter aufstellen.“
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