Azubi ohne Hof

Foto: privat

Ihre Ausbildung zur Landwirtin hat Lena Stegemann aus Saeffelen im Selfkant gerade abgeschlossen. Das Besondere bei ihr: Die 20-Jährige hat keinen elterlichen Betrieb. „Meine Oma und mein Opa, sowie jetzt mein Onkel haben einen Hof, sodass ich schon früh Kontakt zur Landwirtschaft hatte und mich schon früh für Landwirtschaft interessiert habe“, erzählt sie.

Ihr Fachabitur hat sie in Bonn-Duisdorf absolviert, wo ein einjähriges Praktikum auf einem landwirtschaftlichen Betrieb dazugehört. Danach war sie sich sicher, dass sie die landwirtschaftliche Ausbildung absolvieren und mehr über die Milchviehhaltung lernen wollte. Als sie bei ihren Freunden verkündete, dass sie die landwirtschaftliche Ausbildung machen wollte, waren alle begeistert. „Meine Eltern arbeiten in ganz anderen Berufen: Bürokauffrau und Kfz-Mecha­troniker. Aber sie fanden meine Entscheidung trotzdem sehr gut und haben mich immer unterstützt“, berichtet sie.

Zwei Milchviehbetriebe im Kreis Heinsberg waren ihre Ausbildungsstätten. Ihre Berufsschulzeit fiel zum größten Teil in die Corona-Zeit, aber das war kein Pro­blem. „Unsere Berufsschule hat das super gelöst. Der Digital-Unterricht hat sehr gut funktioniert. Der Unterricht lief über das Tool Microsoft Teams. Die Lehrer haben sich sehr viel Mühe gegeben und standen jedem Einzelnen bei Bedarf für Beratungen zur Verfügung“, zieht sie Bilanz.

„Das Arbeiten mit Tieren macht mir am meisten Spaß! Zu den besten Momenten meiner Ausbildung gehört sicher, wenn ein Kälbchen geboren wird. Aber ich liebe es einfach, dass es jeden Tag etwas Neues zu tun gibt und der Beruf nicht planbar ist. Dadurch bleibt es immer spannend!“

Wie geht es weiter? Im Herbst beginnt für Lena Stegemann das Studium der Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Soest. „Ich weiß noch nicht genau, was ich danach machen möchte – auf jeden Fall etwas mit Kühen! Ich bin zuversichtlich, dass die Jobchancen nach meinem Studium sehr gut sind“, sagt sie abschließend.

ah