Baggersee und Wasserfall

Foto: Sigrid Tinz

In den vergangenen zwei Jahren waren viele Schwimmbäder wegen Corona lange geschlossen oder nur für eine begrenzte Personenanzahl geöffnet. Als Alternative boten sich Kies-Teiche, Seen oder Flüsse an. Aus dem Geheimtipp individualistischer und naturliebender Wasserfreunde – „Wildschwimmen“ – wurde ein kleiner Trend. Warum das wirklich schön ist und worauf zu achten ist, damit es sicher bleibt, sagen wir Ihnen hier.

Baden, Planschen, Wasserspaß – das ist nicht ungefährlich, im Gegenteil. In Deutschland ertrinken jedes Jahr rund 500 Menschen, mal mehr, mal weniger. Auch wenn die Zahlen der ertrunkenen Kinder mit unter 50 eher gering sind, ist es in ihrer Altersgruppe eine der häufigsten Todesursachen. Die meisten ertrinken in Flüssen und Seen, die wenigsten in Freibädern. Auch hier kommt es durchaus zu Badeunfällen, aber wenn mal jemand „absäuft“, wird es schnell bemerkt. Das Personal ist sofort da für Ersthelfermaßnahmen und der Krankenwagen kennt den Weg.

Auch Seebäder oder Flussschwimmanstalten sind oft von Bademeistern oder vom DLRG betreut – und auch von der Wasserqualität her überwacht –, aber hier bemerkt man schon den Unterschied zum künstlichen und beheizten Freibad. Natürliche Wasserschichtungen bewirken drastische Temperaturunterschiede: Direkt an der Oberfläche ist es lauwarm, 1 m tiefer kann es eiskalt sein – eine große Belastung für Herz und Kreislauf, die zu Ohnmacht oder Schock führen kann. Ein wichtiger Tipp ist deshalb, nicht überhitzt von der Radtour zum See direkt in die Fluten zu springen. Sondern ausruhen, im Schatten am besten, und dann erst nach und nach langsam ins Wasser gehen.

Ob im Freibad oder am Strand: Eltern sollten ihre Kinder nie aus den Augen lassen oder einfach auf einem Wasserspielzeug treiben lassen oder mitnehmen „ins Tiefe“. Kentert dann der aufblasbare Flamingo und das Kind kann noch nicht schwimmen, wird es schnell gefährlich. Auch das „Seepferdchen“ reicht nicht. Laut DLRG gilt erst das Schwimmabzeichen Bronze als ein Zeichen, dass das Kind gut schwimmen kann. Freischwimmer hieß das früher treffenderweise. Aktuell können aber immer weniger Kinder gut schwimmen, Schwimmbäder hatten geschlossen und in der Coronazeit sind außerdem viele Schwimmkurse ausgefallen. Auch Schulschwimmen war lange kaum möglich. Und so sitzen in fünften Klassen oft mehr als doppelt so viele Kinder, die noch kein Seepferdchen oder Bronze haben.

Mehr in LZ 24-2022 ab S. 62.