Die neuseeländische Regierung hat im Mai ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht, mit dem das Land bis 2050 klimaneutral werden soll. Da in dem Inselstaat knapp die Hälfte aller Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft stammt, darunter vor allem die Methanausscheidungen von Rindern und Schafen, ist der gesamte Agrarsektor von der neuen Klimapolitik stark betroffen. Gegenwärtig arbeitet die Regierung zusammen mit den Bauernverbänden an einem „Aktionsplan zur Senkung landwirtschaftlicher Emissionen“. Kernpunkte sind hierbei die Bepreisung von Treibhausgasen aus der Tierhaltung und der Düngemittelherstellung sowie die Einbeziehung des landwirtschaftlichen Sektors in den Emissionshandel des Landes. Dabei haben sich die Regierung und die Bauernvertreter grundsätzlich darauf geeinigt, dass ab 2025 auf Betriebsebene Treibhausgasemissionen erfasst werden und Tierhalter für Verschmutzungsrechte zahlen müssen. Sollten die Emissionen unter den kostenlos zugeteilten Verschmutzungsmengen liegen oder Klimaausgleichsmaßnahmen, beispielsweise Baumpflanzungen, durchgeführt werden, sind auch Geldzuwendungen vorgesehen. Die Regierung hat zugesagt, eingenommene Mittel in den Sektor zurückzuleiten, um die Landwirte bei der Verringerung der Emissionen zu unterstützen. Der Plan ist, mit Beginn der Treibhausgasabgabe zunächst 95 % der Verschmutzungsrechte kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Der reine Emissionshandel wird deshalb laut Umweltministerium beim jetzigen Preis von umgerechnet 16,50 €/kg erzeugtem Rindfleisch beziehungsweise Milchfeststoff umgerechnet nur knapp 1 Eurocent kosten, bei Schaffleisch weniger als 2 Eurocent. Allerdings sind hierbei die administrativen Kosten sowie die Aufwendungen zur Senkung von Emissionen noch nicht berücksichtigt.