Bauernland Bukowina

Foto: Petra Jacob

Die Bukowina ist eine historische Landschaft, sie wurde über die Jahre schon von vielen Herrschaften regiert und umworben. Die Region besteht aus einem bunten Gemisch an Völkern und Reli-
gionen, darunter auch viele Deutsche, die sogenannten Bukowinadeutschen. Heute gehört die nördliche Hälfte der Bukowina zur Ukraine und die südliche zu Rumänien.

Dreiseithöfe mit Ziehbrunnen

Im rumänischen Radautz, 20 km südlich der ukrainischen Grenze, lebten einmal besonders viele Deutsche, bis in die 1940er-Jahre war die Stadt sogar deutschsprachig. Die Kleinstadt heißt heute Rǎdǎuţi und liegt unweit der berühmten Moldauklöster. Nein, öffentliche Busse fahren dort nicht hin, das gehe nur per Autostopp, so die Auskunft am Busbahnhof. Empfohlen wird die Tankstelle am Ortsrand. Wer auf dem Land unterwegs ist, bemerkt, dass in Rumänien das Fahren per Anhalter eine weitverbreitete Art ist, um sich fortzubewegen: ob junge Mädchen, ältere Frauen in Blümchenschürzen mit schweren Einkaufstaschen oder der Bauer im Sonntagsstaat auf dem Weg in die Stadt. Gestärkt mit Mamaliga – jenem rumänischen Maisbrei, den jeder Besucher einmal probiert haben muss – geht es los. Und es klappt wirklich gut. Bereits nach fünf Minuten hält das erste Auto: ein mit fünf Personen voll besetzter alter Dacia. Für eine weitere Person ist trotzdem noch Platz, denn für das Trampen wird bezahlt. Und der Fahrer freut sich, denn ein Auto zu unterhalten, muss man sich in Rumänien erst einmal leisten können.

Mehr in LZ 16-2022 ab S. 54.