Bauernverbände und Amprion einigen sich auf Regelung zum Leitungsbau

Foto: Stephan Wolfert, WLV

Für das Leitungsvorhaben A-Nord zum Stromtrassenausbau sowie die parallel dazu verlaufenden Offshore-Stromnetzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4 haben die betroffenen Landesbauernverbände und das Leitungsbauunternehmen Amprion eine Rahmenregelung gefunden. Diese soll bei der Projektumsetzung den noch abzuschließenden individuellen Gestattungsverträgen mit Eigentümern und Bewirtschaftern entlang der Trasse zugrunde gelegt werden.

Wie Bernhard Conzen, der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV), feststellte, ist es mit der am Donnerstag vergangener  Woche in Rhede getroffenen Vereinbarung gelungen, dass beim Netzausbau sowohl Fragen zu einer bodenschonenden Bauweise als auch Fragen der angemessenen Entschädigung für Grundeigentümer und Flächenbewirtschafter umfassend berücksichtigt werden. Die Rahmenregelung ist das Ergebnis von rund zweieinhalb Jahren dauernden Verhandlungen. Dabei haben laut den Worten vom Vizepräsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), Henner Braach, beide Seiten den Grundgedanken verfolgt, dass sich Landwirtschaft und Energiewirtschaft zu ihrer gemeinsamen Verantwortung für das Gelingen der Energiewende bekennen. „Wir ebnen hiermit entscheidend den Weg für mehr Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Als Landwirtschaft verstehen wir uns da als Teil der Lösung“, so Braach. Der Präsident der Vereinigung des Emsländischen Landvolkes, Georg Meiners, unterstrich, dass nachteilige Wirkungen von Leitungsbauten auf die Landwirte so weit wie möglich minimiert werden müssten.

Nach Einschätzung des Leiters Netzprojekte der Amprion GmbH, Klaus Wewering, wurde nach „harten, aber immer sachlichen Verhandlungen“ eine vernünftige Regelung gefunden. Der Geschäftsführer der Amprion Offshore GmbH, Peter Barth, verbindet mit der Einigung die Hoffnung, dass langwierige und teure juristische Zwangsverfahren vermieden und der Netzausbau möglichst einvernehmlich und schnell umgesetzt werden kann. Die Erdkabel-Planung für A-Nord sieht eine 300 km lange Trasse von Emden durchs Emsland und Münsterland bis nach Meerbusch-Osterath vor. Ihr Bau soll 2024 starten und drei Jahre dauern. Die Offshore-Stromnetzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4, durch die ab 2028 beziehungsweise 2029 Strom fließen soll, sind auf einer Strecke von insgesamt 100 km zwischen Emden und Wietmarschen parallel zu A-Nord geplant.

Einzelheiten zur Rahmenregelung finden Sie in LZ 33-2022 ab S. 14.