Bauernverband macht Weg für Vize-Präsidentin frei

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Die Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes hat mit großer Mehrheit eine Satzungsänderung beschlossen, die den Weg für die Zuwahl einer Vizepräsidentin in den Vorstand des Verbands freimacht. Diese Satzungsänderung gibt dem Vorstand die Möglichkeit, jeweils für die laufende Wahlperiode eine weitere voll stimm- und vertretungsberechtigte Vizepräsidentin zu kooptieren.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, freut sich über diesen wegweisenden Schritt: „Diese Weiterentwicklung stand auf der Prioritätenliste ganz oben. Für unserem Anspruch, jünger und weiblicher zu werden, haben wir jetzt eine erste wichtige Zielmarke erreicht. Wir brauchen dringend die Expertise der Unternehmerinnen auch bei unserer politischen Arbeit. Nun sind auch die Landesverbände gefordert, Unternehmerinnen stärker in die Verbandsarbeit und auch in die Verbandsführung einzubinden.“

Nach Eintragung der Satzungsänderung soll die Vorsitzende des neu eingerichteten DBV-Fachausschusses „Unternehmerinnen“, Susanne Schulze Bockeloh, Mitglied des DBV-Vorstandes und damit die erste Vize-Präsidentin des Deutschen Bauernverbandes werden.

 

Außerdem betonte Rukwied in seiner Grundsatzrede zu Beginn der Bauerntage die Schlüsselrolle und die Leistungen der Landwirtschaft nach der sprichwörtlichen Zeitenwende durch den Krieg in der Ukraine. „Ohne die Landwirtschaft kann die mit dem Ukraine-Krieg ausgelöste Versorgungskrise in einigen Regionen der Welt nicht gelöst werden. Wir deutschen Bauern können, wollen und müssen unseren Beitrag dazu leisten, diese Krise zu überwinden“, betonte der Bauernpräsident. Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sei jetzt nicht nur eine strategische und politische Aufgabe für Deutschland und Europa, sondern stehe auch für die Landwirte selbst konkret im Mittelpunkt.

Dafür müsse die Versorgung mit Stickstoffdünger gesichert und die gesamte Lebensmittelwirtschaft bei der Gasversorgung priorisiert werden. „Zur globalen Versorgungssicherheit gehört es auch, die Handelswege offen zu halten und Exportbeschränkungen eine Absage zu erteilen. Wenn Russland Getreidelieferungen als politische Waffe einsetzt, kann der Westen sich nicht im Produktionsverzicht üben. Deshalb müssen auch die Farm to Fork-Strategie und die Regeln zur GAP-Förderung ab 2023 nachjustiert werden.“ Auch könnten Landwirte einen weiteren Beitrag zur Entspannung der aktuellen Energiekrise leisten, wenn Begrenzungen im EEG und im Genehmigungsrecht temporär aufgehoben werden.

Gleichzeitig betonte Rukwied, dass es wichtig sei, bei den Themen Klimaschutz, Artenvielfalt und Tierwohl weiter voranzukommen. „Hier dürfen wir nicht bremsen, das sage ich in aller Deutlichkeit.“ Nicht zuletzt angesichts der prekären Lage in der Schweinehaltung sei beim Umbau der Tierhaltung nun Tempo gefragt. „Unsere Tierhalter müssen jetzt zügig wissen, wie es weitergeht. Dafür brauchen wir eine stabile Finanzierung des Umbaus und gleichzeitig Änderungen im Bau- und Genehmigungsrecht.“

Auch aus verbandspolitischer Sicht wolle man sich weiterentwickeln. Mit dem Projekt „#Zukunftsbauern“ wollte man Ideen entwickeln, wie mehr Wertschöpfung und Wertschätzung auf die Höfe zu bekommen ist. Im politischen Bereich wolle der Verband noch stärker als Problemlöser auftreten. „Wir Bauern wollen unsere Zukunft selbst mitgestalten und bieten an, die Herausforderungen gemeinsam mit der Gesellschaft anzugehen.“