Ein finanzielles Soforthilfepaket zur Unterstützung der Landwirtschaft fordert die bayerische Staatsregierung vom Bund. Kernelemente sind eine Anhebung des Bundeszuschusses zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) um jeweils 100 Mio. € im nächsten und übernächsten Jahr sowie eine Ergänzungszahlung von 40 €/ha auf Dauergrünland und Ackerfutter für Milchviehbetriebe, die ihre Milchmenge zurückführen.
Das Gesamtvolumen dieser Maßnahme wird auf 300 Mio. € veranschlagt. Nötig seien zudem steuerliche Hilfen in Form einer steuerfreien Risikoausgleichrücklage oder einer mehrjährigen Gewinnglättungsmöglichkeit sowie ein Freibetrag zur Schuldentilgung. Bestandteile eines Forderungskataloges, den das Regierungskabinett im Nachgang eines „Landwirtschaftsgipfels“ beschloss, der auf Einladung von Ministerpräsident Horst Seehofer am Montag vergangener Woche in der Staatskanzlei stattfand, sind ferner eine Anpassung des Agrarmarktstrukturgesetzes sowie eine unbefristete Verlängerung des Verbots des Verkaufs von Lebensmitteln unter Einstandspreis. Zudem stellte der Freistaat eigene Finanzhilfen in Aussicht und rief die Europäische Union zu einem zweiten Hilfspaket auf.