Begeistert von großen Maschinen

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Der stetige Fortschritt in der Landtechnik und die Landwirtschaft im Allgemeinen haben Mathis Grunenberg von klein auf begeistert. „Meine Freizeit habe ich früher immer auf dem Nachbarbetrieb verbracht“, erzählt er. Deshalb war seine Entscheidung, beim Lohnunternehmen Nielen in Kleve-Rindern eine Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice zu durchlaufen, genau die richtige. „Während meiner Schulzeit war mir schon früh klar, dass ich lieber praktisch arbeite“, erinnert sich der 24-Jährige. Daher ist er vom Gymnasium auf die Berufsschule gewechselt und hat dort sein Fachabitur im Bereich Metall- und Maschinenbau absolviert. In dieser Zeit hat der junge Mann vom Niederrhein ein Praktikum bei seinem späteren Arbeitgeber gemacht und dort anschließend im Jahr 2016 mit der Ausbildung begonnen, die er aufgrund seines Fachabiturs auf zwei Jahre verkürzen konnte.

„Danach stand für mich relativ schnell fest, dass ich mich weiter fortbilden möchte zum Meister“, berichtet Mathis Grunenberg. Dafür musste er jedoch zunächst zwei weitere Jahre Berufserfahrung sammeln, doch als er dann Ende 2019 mit der Fortbildung zum Agrarservicemeister beginnen wollte, kam der Kurs nicht zustande. „Daher habe ich noch ein Jahr gewartet und im Wintersemester 2020/21 mit dem Meister angefangen“, erzählt der 24-Jährige. Abgeschlossen hat er diesen anderthalb Jahre später im Frühjahr 2022 mit einer Durchschnittsnote von 1,43. Damit war Mathis Grunenberg landesweit der beste Absolvent seines Jahrgangs und wurde im Dezember vergangenen Jahres mit dem Nachwuchsförderpreis der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet.

Frühzeitig anfangen

Einer der Gründe für seinen erfolgreichen Abschluss ist laut dem Agrarservicemeister, dass er sich viel Zeit für das Erstellen seiner Meisterarbeit genommen hat. „Man sollte nicht erst vier Wochen vor Abgabetermin damit anfangen. Ich habe mich schon früh für ein Thema entschieden und die Zeit genutzt, um Informationen zu sammeln und mir Tipps bei anderen Leuten zu holen, das ist auch immer ganz wichtig“, erläutert er. In seiner Meisterarbeit hat der 24-Jährige sich mit einem Vergleich von mechanischer und chemischer Unkrautbekämpfung im Silomais beschäftigt. „Ich habe die Leistung und Kosten der Verfahren verglichen, Erträge erfasst und mithilfe einer Deckungsbeitragsrechnung gegenübergestellt“, erklärt er.

Für ihn ist der Spaß am Job aber im Endeffekt das Wichtigste, deshalb empfiehlt er potenziellen Berufseinsteigern, zunächst ein Praktikum zu machen, um he­­rauszufinden, ob man Freude an der Arbeit hat. „Ich persönlich hatte schon immer Spaß an großen Maschinen und dem Schrauben in der Werkstatt. Außerdem ist in der Landwirtschaft jeder Tag anders und es gibt ständig neue Herausforderungen. Man ist oft auf sich alleine gestellt, wenn man auf den Flächen unterwegs ist, und muss auch schon mal improvisieren“, führt er aus. Wann genau Feierabend ist, lasse sich daher allerdings nicht immer planen. „Die Arbeitstage werden schon mal länger, darüber sollte man sich im Klaren sein“, gibt der Agrarservicemeister zu bedenken.

In leitender Position

Seit Anfang April 2022 ist er nun als einer von zwei Disponenten im Lohnunternehmen Nielen angestellt, das insgesamt 38 Angestellte beschäftigt, darunter vier Auszubildende. Neben der Betriebsleitung und Disposition ist er seitdem auch für die Betreuung der Auszubildenden zuständig. Der Agrarservicemeister freut sich da­­rauf, in den nächsten Jahren noch mehr Berufserfahrung zu sammeln, und möchte weiterhin für das Lohnunternehmen ar­beiten: „Ich bin hier sehr zufrieden und werde mein Bestes ­geben, um den hohen Anforderungen in dieser Position gerecht zu werden.“

kj

Agrarservicemeister

Agrarservicemeister und Agrarservicemeisterinnen werden für Fach- und Führungsaufgaben in Unternehmen des Agrarservices oder des Pflanzenbaus mit Serviceangeboten ausgebildet. Voraussetzungen für die Zulassung zur Meisterprüfung sind eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in dem anerkannten Ausbildungsberuf Fachkraft Agrarservice und danach eine mindestens zweijährige Berufspraxis. Auch möglich ist eine mit Erfolg abgelegte Abschlussprüfung in einem anderen an-erkannten landwirtschaftlichen Ausbildungsberuf und danach eine mindestens dreijährige Berufspraxis oder eine mindestens fünfjährige Berufspraxis. An der Fachschule für Agrarwirtschaft in Kleve kann die Fortbildung zum Agrarservicemeister absolviert werden. Nähere Informationen unter www.landwirtschaftskammer.de/schulen/kleve/agrarservice/.