Für den Fall einer erneuten Dürre hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Land- und Forstwirten Unterstützung zugesichert. Klöckner stellte am Mittwoch vergangener Woche in Berlin fest, dass die aktuelle Prognose des Deutschen Wetterdienstes (DWD) noch keine Klarheit über die weitere Niederschlagsentwicklung ermögliche. Dennoch werde ihr Ressort die Situation auf den Feldern und in den Wäldern in den kommenden Wochen „sehr intensiv“ beobachten, um „bei Bedarf“ reagieren zu können. Die Ministerin räumte ein, dass die vom DWD zuvor amtlich bestätigte Witterungsentwicklung mit weitgehend ausbleibenden Niederschlägen seit Mitte März in Verbindung mit starken Winden regional für Befürchtungen bei den Bauern sorgten, dass 2020 die dritte Dürre in Folge bringen könnte.
Hinzu komme wegen des milden Winters ein „größerer“ Schädlingsbefall. Sollte nun eine erneute, ausgedehnte Trockenphase eintreten, würde dies viele Betriebe „unglaublich hart treffen“, erklärte Klöckner. Dies gilt ihr zufolge auch für die deutsche Forstwirtschaft, wo die Schäden der zurückliegenden Kalamitäten noch nicht vollständig beseitigt seien.
Während der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Friedrich Ostendorff, Klöckner vorwarf, keine konkreten Maßnahmen vorgelegt zu haben, kündigte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus die Einberufung einer „AG Dürre“ an. Derweil nehmen nicht nur in Deutschland die Sorgen wegen der anhaltenden Trockenheit zu. Im benachbarten Polen sah sich Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski wegen der ungünstigen Aussichten zu einer Stellungnahme hinsichtlich der diesjährigen Lebensmittelversorgung veranlasst.
Nach Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes fielen zwischen dem 14. März und dem 18. April verbreitet weniger als 10 l pro m2. Zugleich begann die Vegetationsperiode wegen der milden Witterung im Winter 2019/20 in diesem Jahr bereits Mitte März, fast zwei Wochen früher als im vieljährigen Mittel. Dies habe dazu geführt, dass ein physiologisch großer Wasserbedarf der Pflanzen bei hohen täglichen Verdunstungsraten aus dem im Boden gespeicherten Wasser habe gedeckt werden müssen. Der Deutsche Wetterdienst wies allerdings auch darauf hin, dass eine allmähliche Austrocknung der Böden mit Einsetzen der Vegetationsperiode im Frühling ein normaler Vorgang sei. Nach seiner Einschätzung wurden die Bodenwasserspeicher im Winter 2019/20 in Deutschland gut gefüllt. Im Februar sei in weiten Teilen Deutschlands sogar das Zwei- bis Dreifache der üblichen Niederschlagsmenge gefallen. Lediglich in der Region vom Thüringer Becken über das südliche Sachsen-Anhalt bis zur Lausitz sei die Auffüllung unvollständig geblieben. AgE