Beim Rheinischen LandFrauenverband (RhLV) gibt es einen Wechsel. Seit dem 1. Juli ist Dr. Kim Marei Kusserow Geschäftsführerin des RhLV und gleichzeitig auch des Westfälisch-Lippischen LandFrauenverbandes (WLLV). Wo liegen die Schwerpunkte ihrer Arbeit und was hat sie sich vorgenommen? Die LZ hat Dr. Kim Marei Kusserow hierzu befragt.
LZ | Rheinland: Frau Kusserow, stellen Sie sich kurz unseren Leserinnen und Lesern vor.
Dr. K. M. Kusserow: Ich bin 31 Jahre alt und in einem Dorf in Niedersachsen, ganz in der Nähe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen, aufgewachsen. Nach dem Abitur habe ich an der Uni Osnabrück Sozialwissenschaften studiert und anschließend den Masterstudiengang Gerontologie an der Uni Vechta absolviert. Nach einem Jahr als Projektmitarbeiterin an der Uni Osnabrück habe ich 2018 eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät Sozialwissenschaften der TU Dortmund angenommen und dort neben anderen Aufgabenbereichen an meiner Dissertation zum Thema „Altern in der Landwirtschaft“ gearbeitet. Meine Promotion habe ich im Jahr 2022 abgeschlossen, anschließend erst weiter an der TU gearbeitet und seit dem 1. Juli dieses Jahres arbeite ich nun als Landesgeschäftsführerin des Rheinischen und des Westfälisch-Lippischen LandFrauenverbandes bei der Landwirtschaftskammer NRW in Münster.
LZ | Rheinland: Woher kennen Sie die Landfrauen? Welche Berührungspunkte hatten Sie bisher zu den Landfrauen?
Dr. K. M. Kusserow: Die Landfrauenarbeit kenne ich bereits seit meiner Kindheit. In der Schule gab es immer wieder Aktionen, die von den Landfrauen aus der Region organisiert wurden und ich hatte viele Freunde, die auf landwirtschaftlichen Betrieben aufgewachsen sind. Dort waren Landfrauenthemen immer präsent. In meinem jetzigen Wohnort bin ich vor allem mit Junge LandFrauen in Kontakt und auch durch meine Forschungsarbeiten habe ich viele Landfrauen kennengelernt und unter anderem mit ihnen Interviews geführt.
LZ | Rheinland: Sie sind neue RhLV- und WLLV-Geschäftsführerin. Was hat Sie an dieser Arbeitsstelle gereizt?
Dr. K. M. Kusserow: Die vielfältige und abwechslungsreiche Aufgabe. Die Arbeit mit und für diese tollen, engagierten und starken Frauen. Der sozialpartnerschaftliche Austausch mit anderen Netzwerkpartnerinnen und -partnern. Und die Motivation, gemeinsam mit den Frauen etwas für Frauen in ländlichen Räumen und die Gesellschaft bewegen zu können.
LZ | Rheinland: Wo liegen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit? Wie sind die Aufgaben für die beiden Verbände jetzt aufgeteilt?
Dr. K. M. Kusserow: Die Schwerpunkte meiner Arbeit sind vielfältig und sehr ähnlich zu geschäftsführenden Aufgaben in anderen Organisationen oder Unternehmen, das heißt unter anderem organisatorische und inhaltliche Vor- und Nachbereitung sowie Leitung von Veranstaltungen und Gremiensitzungen, Überwachung finanzieller und rechtlicher Verbandshemen, Austausch und Zusammenarbeit mit den Kreisgeschäftsführerinnen und Kooperationsarbeit mit unseren interdisziplinären Netzwerkpartnerinnen und -partnern. Ich arbeite sehr eng mit beiden Präsidien und den Mitarbeiterinnen der jeweiligen Geschäftsstellen zusammen.
LZ | Rheinland: Sie sind Geschäftsführerin zweier Verbände. Besteht da nicht die Gefahr, dass die Arbeit für den kleineren Verband, sprich den RhLV, hintenüberfällt?
Dr. K. M. Kusserow: Nein, auf keinen Fall. Im Gegenteil denke ich, dass beide Verbände von der gemeinsamen Geschäftsführung profitieren können. Die Konstellation, dass es eine Geschäftsführerin für beide Verbände gibt, ist neu. Ich bin in meiner Position ausschließlich für Themen der LandFrauenverbände zuständig, was meiner Ansicht nach ein sehr großer Gewinn ist.
LZ | Rheinland: Was sehen Sie als die besonderen Herausforderungen Ihrer Arbeit? Was haben Sie sich vorgenommen?
Dr. K. M. Kusserow: Eine besondere Herausforderung ist die Verbandsarbeit vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklungen, die uns alle betreffen: Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und landwirtschaftlicher Strukturwandel sind dabei nur einige Stichworte. Mein Ziel ist eine positive, moderne und zukunftsorientierte Mitgestaltung und Ausrichtung der Verbände und ihrer Arbeit. Die Gesellschaft braucht das Engagement und die Arbeit starker und mutiger Frauen und das möchte ich mit meiner Arbeit als Geschäftsführerin dieser beiden wichtigen Verbände auch für die Zukunft fördern und sichern.
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