Die unklaren Rahmenbedingungen für die Tierhaltung in Deutschland wirken sich immer stärker auf die Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft aus. „Wir beobachten eine spürbare Zurückhaltung“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes der gemeinnützigen Landgesellschaften (BLG), Karl-Heinz Goetz, im Gespräch mit Agra-Europe über den Entwicklungs- und Tätigkeitsbericht seiner Mitgliedsunternehmen für das Jahr 2021. Goetz beobachtet eine wachsende Ungeduld über ausbleibende politische Entscheidungen. Nach seinem Eindruck ist die Unsicherheit in der Branche „mit Händen zu greifen“. Nach jahrelanger Diskussion über die Zukunft der Tierhaltung sei die Zeit reif, endlich zu Handeln. „Ohne ein Signal noch in diesem Jahr zur Umsetzung des Borchert-Konzepts droht ein massiver Strukturbruch in der Schweinehaltung“, warnt der BLG-Geschäftsführer. Neben bau- und umweltrechtlichen Vorgaben zähle dazu ein Finanzkonzept, das den Betrieben außer der Investitionsförderung über einen längeren Zeitraum eine Honorierung ihrer Tierwohlaufwendungen sichere. Komme dieses Signal nicht, werde der Abbau der Tierhaltung weitgehend ungeordnet verlaufen und die erwartete Verringerung der Fleischnachfrage deutlich übersteigen. Die Folge wären steigende Importe, so Goetz.