Angesichts eines bisher trockenen Frühjahrs scheint Bewässerung in dieser Saison nach zwei eher feuchten Jahren wieder an Bedeutung zu gewinnen. Natascha Bellinghausen, Landwirtschaftskammer NRW, stellt ein neues Projekt zu effizientem Bewässerungsmanagement vor.
Die Auswirkungen der Dürrejahre 2018, 2019 und 2022 sind noch sehr präsent. Laut DWD waren die Monate Februar und März vergleichsweise niederschlagsarm. Ebenso ist die aktuelle Waldbrandgefahr nur ein weiteres Anzeichen der zunehmenden Trockenheit. Um in niederschlagsarmen Perioden trotzdem stabile Erträge mit Qualität erzeugen zu können, haben sich Landwirte im nördlichen Bereich der Köln-Aachener Bucht zum Beregnungsverband Pütz zusammengeschlossen. Eine Besonderheit in der Region ist die durch den Tagebau bedingte Absenkung des Grundwasserspiegels. Es wurde eine aufwendige Bewässerungsinfrastruktur etabliert und drei Wasserleitungsstränge wurden verlegt, die von sechs Brunnen gespeist werden. So sind innerhalb des Verbandsgebiets insgesamt etwa 2 500 ha beregnungsfähig.
Das Projekt EffIM
Die Anlage steht, die Bewässerungswassermenge ist limitiert, sodass sich in der Praxis folgende Fragen stellen: Wie viel Millimeter sollen wann, auf welcher Fläche und wie beregnet werden? Das Ganze dann bitte noch energie- und arbeitszeitsparend.
Diese Fragen werden in einem gerade gestarteten Projekt „Effizientes Bewässerungsmanagement“ (EffIM) bearbeitet. Es wird vom Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MLV) im Rahmen des Programms Europäische Innovationspartnerschaften (EIP) gefördert und von der Landwirtschaftskammer NRW geleitet. Zusammen mit den Landwirten aus dem Beregnungsverband Pütz und dem Forschungszentrum Jülich werden praxistaugliche Lösungen entwickelt. Aktuell werden auf den Betrieben erste Versuche in Früh- und Spätkartoffeln sowie Möhren angelegt. Zusätzlich wird ein Modellierungsversuch in Zwiebeln geplant.
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