Die Europäische Kommission hat ihre Pläne zum „Carbon Farming“ skizziert. Ziel sei es, die Speicherung von Kohlenstoff als neues „grünes“ Geschäftsmodell zu etablieren, mit dem Akteure der Bioökonomie auf Basis von Klimaleistungen ein Einkommen erzielen könnten, erklärte die Brüsseler Behörde in der vergangenen Woche anlässlich der Präsentation einer Studie. Die soll den Grundstein für die Förderung von landwirtschaftlichen Aktivitäten zur Speicherung von Kohlenstoff, vornehmlich im Boden, legen. Der geschäftsführende Vizepräsident der Kommission, Frans Timmermans, betonte, der Kampf gegen den Klimawandel müsse sich zuallererst auf eine Verringerung der Emissionen konzentrieren. Gleichzeitig müssten natürliche CO2-Speicher wiederhergestellt und geschützt werden, um Kohlenstoff aus der Atmosphäre in Böden und Wäldern zu fixieren. Auf diese Weise könnten die neuen Ökoregelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie privatwirtschaftliche Instrumente landwirtschaftliche Produktionsmethoden fördern, die den Kampf gegen die Klimakrise und den Artenschwund unterstützten. Der Studie zufolge kann die Speicherung von Kolhenstoff in der Landwirtschaft einen signifikanten Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. Begonnen werden soll mit Pilotprojekten auf lokaler oder regionaler Ebene, um Erfahrungen zur Ausweitung der landwirtschaftlichen Speicherung zu sammeln. Von der Studie verspricht sich Brüssel Orientierung für potenzielle Akteure. Als zentrale Ansatzpunkte werden die Wiederherstellung und Wiedervernässung von Torfmooren, Agroforstsysteme, die Speicherung von Kohlenstoff in mineralischen Böden, die Bewirtschaftung von Grünland und die Tierproduktion gesehen.